TENNIS: Zwischenziel auf dem langen Weg

Adrian Bodmer ist international und national im Aufwind. Mit seinem couragierten Einsatz für das ­Schweizer Davis-Cup-Team bewies der Niederwiler, dass er auch gegen grosse Gegner mithalten kann.

Marie Theres Brühwiler
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Adrian Bodmer hat in diesem Jahr bereits bei den grossen Turnieren schnuppern können. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Adrian Bodmer hat in diesem Jahr bereits bei den grossen Turnieren schnuppern können. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Marie Theres Brühwiler

sport@wilerzeitung.ch

Mitglied des Davis-Cup-Teams zu sein und für das Land im Einsatz zu stehen, ist bei vielen Tennis-Nachwuchstalenten eines der erklärten Fernziele. Das war auch bei Adrian Bodmer nicht anders. Seit diesem Herbst gehört der Niederwiler in dem kleinen Kreis jener, welche nicht nur vom weltweit wichtigsten Tennis-Team­bewerb träumen, sondern diese Erfahrung bereits gemacht haben. «Es war ein eindrückliches Erlebnis, aber es ist nur ein Zwischenziel auf meinem weiteren Weg», sagte der 22-Jährige nach seiner Premiere gegen Weissrussland.

Eindrückliches Erlebnis als verdiente Belohnung

Zu Beginn des Jahres belegte der amtierende Schweizer Meister der Aktiven in der ATP-Weltrangliste Platz 1248 und gehörte nicht zu den 20 besten Schweizern im Klassement der weltbesten Tennisspieler. In den letzten Monaten spielte sich Adrian Bodmer jedoch mit sehr guten Resultaten an ATP-Unterbauturnieren nach vorne und realisierte in Italien und Deutschland auch seine ­ersten beiden internationalen Turniersiege auf Profistufe.

Der Offensivspieler ist nun erstmals ganz nahe daran, in die Top 500 des ATP-Rankings vorzustossen und ist aktuell die Nummer sechs der Schweiz. Die Fortschritte ­entgingen auch dem Captain des Schweizer Davis-Cup-Teams, Severin Lüthi, nicht.

Eine neue Rolle für den Jungprofi

Wer erstmals für eine Davis-Cup-Partie aufgeboten wird, nimmt im Normalfall zuerst einmal die Reservistenrolle ein und kommt im besten Fall dann zum Zug, wenn eine Begegnung schon entschieden ist. «Davon ging ich eigentlich auch in meinem Fall aus», sinniert Adrian Bodmer. Umso überraschender sei für ihn der Entscheid von Severin Lüthi gekommen. «Natürlich war es ein sehr spezielles Gefühl, erstmals vor so viel Publikum zu spielen und im Fokus der Fernseh­kameras zu stehen.» Die Nervosität habe sich aber schnell gelegt und der Freude Platz gemacht. An der Seite von Luca Margaroli konnte Adrian Bodmer seine Stärken beim Aufschlag und am Netz ausspielen.

Obwohl den ­beiden Davis-Cup-Neulingen mit Max Myrni, die ehemalige Weltnummer eins im Doppel, und ­Andrej Wassilewski zwei äusserst Erfahrene gegenüberstanden, war kaum ein Klassenunterschied auszumachen. In allen drei Sätzen fiel die Entscheidung erst im Tiebreak. Das unerfahrene Doppel verlor demnach diese Begegnung. Die Schweiz schaffte mit dem 3:2-Sieg über Weissrussland den Verbleib in der Weltgruppe trotzdem. «Natürlich möchte ich beim nächsten Mal nicht nur gut spielen, sondern möglichst auch gewinnen», sagt Adrian Bodmer.

Erlebnis Basel vor kleineren Turnieren

Zunächst ist der mehrfache Junioren-Schweizer-Meister aber froh, dass er nach einer längeren Odyssee von Verletzungen endlich wieder optimal trainieren und die eingeschlagene Richtung fortsetzen kann. «Ich bin auf einem guten Weg, aber noch ­lange nicht am Ziel. Ich werde weiterhin hart arbeiten», sagt der in Dornbirn trainierende und im Nationalliga-A-Interclubseit ­Jahren für GC spielende Ostschweizer.

Noch bevor sich Adrian Bodmer wieder auf kleineren Turnieren rund um den ganzen Erdball messen und um weitere ATP-Punkte kämpfen wird, kam er in den Genuss einer Wild Card für die Swiss Indoors in Basel.

Und auch gegen die Nummer 86 der Welt, Mikhail Kukshkin aus Kasachstan, bestätigte die Tennishoffnung aus Niederwil, dass sie nahe dran ist. Er hielt über weite Strecken mit seinem Gegner mit, verlor jedoch mit 5:7 und 3:6.