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TENNIS: Weiterer Meilenstein in der Karriere

Auf nationaler Ebene besiegt Alina Granwehr schon länger ältere Spielerinnen. Immer mehr gelingt ihr das auch auf internationalem Parkett. Kürzlich stand die Wilenerin in Luxemburg bei den U18 im Final.
Marie Theres Brühwiler
Trainer Thomas Walter und sein Schützling Alina Granwehr befinden sich in einem Dauerhoch. (Bild: Swiss Tennis)

Trainer Thomas Walter und sein Schützling Alina Granwehr befinden sich in einem Dauerhoch. (Bild: Swiss Tennis)

Marie Theres Brühwiler

sport@wilerzeitung.ch

Ob im Wettkampf, im Training, beim Matchball für oder gegen sich: Die 14-jährige Wilenerin Alina Granwehr macht auf den Tenniscourts genau das, was ihrem Naturell entspricht. «Ich will das Spiel bestimmen und auch in den entscheidenden Phasen nicht auf die Fehler der Gegnerinnen warten», gibt sie zu verstehen. Dass ein bedingungsloses offensives Spiel mehr Fehler nach sich zieht und vor allem in den Anfängen einer Karriere den einen oder anderen Sieg kosten kann, ist in der Wettkampfszene kein Geheimnis. «Es macht aber keinen Sinn, ein Spiel aufzuziehen, welches einem nicht liegt.» Vielmehr gelte es, die eigene Stärke weiterzuentwickeln, ist Alinas Trainer Thomas Walter, der aus Eschenz stammt, überzeugt. Und an dieser Stärke hat die Hinterthurgauerin, die seit Sommer 2017 in der Swiss Tennis Academy in Biel trainiert, in den letzten Monaten erfolgreich gearbeitet. Sein Schützling gehe noch konsequenter ans Werk, schiesse aber gleichzeitig deutlich weniger über das Ziel hinaus, zeigt sich Thomas Walter zufrieden. «Sie gewinnt nun eine immer bessere Mischung aus Aggressivität und Kontrolle.»

International im Aufwind

Wie gut Alina Granwehr aktuell international mit älteren Spielerinnen mithalten kann, hat die 14-Jährige in den vergangenen Wochen mehrfach bewiesen. Bei der U16-Team-EM in Frankreich gelang ihr eine makellose Bilanz im Doppel, am ITF-Turnier (U18) in Doorn, Holland, hatte sie lediglich gegen die spätere Finalistin das Nachsehen und beim Angie Cup in Puszczykowo, Polen, verlor sie gegen die spätere Siegerin ganz knapp in drei Sätzen. «Obwohl ich in diesen Turnieren in der ersten und zweiten Runde ausgeschieden bin, bekam ich die Gewissheit, dass auch sehr gute Gegnerinnen in meiner Reichweite liegen», sagt die Hinterthurgauerin. Dass die junge Swiss Tennis Kaderspielerin dann auch an dem der höheren Kategorie 4 zugeordneten ITF-Turnier in Esch/Alzette (Luxemburg) die Qualifikation überstand, kam aufgrund der Setzliste und nach der knappen Anreise im Auto trotzdem eher überraschend. Und das, was die Tochter des ehemaligen NLB-Fussballers Philipp Granwehr im Qualifikationsturnier gezeigt hatte, war auch erst der Anfang.

Denn die Wilenerin drückte auch im Hauptturnier mächtig auf das Tempo, liess sich in der ersten Runde nicht von fünf Matchbällen gegen sich beirren, schaltete später noch zahlreiche besserklassierte Spielerinnen aus, und düpierte in den Halbfinals auch Daria Vidmanova, die in Tschechien die Nummer eins ihres Jahrgangs ist. Gegen die um drei Jahre ältere und bereits WTA-erfahrene Eleonora Molinaro reichten dann im Final die Kraftreserven jedoch nicht mehr. Das vom luxemburgischen Fernsehen übertragene Spiel endete mit dem Sieg für die Einheimische. Trotz der Finalniederlage übersprang Alina Grahnwehr in der Weltrangliste der Juniorinnen über 300 Positionen.

Locker drauf, aber trotzdem ein Wettkampftyp

Ging das Jungtalent bei den internationalen U18-Turnieren als Aussenseiterin an den Start, war sie im Januar an den Schweizer Meisterschaften in der Kategorie U16 trotz ihrer erst 14 Jahre die Favoritin. «Der Druck an nationalen Titelkämpfen ist grösser als an internationalen Turnieren. Vor allem auch, weil man sich hier ganz speziell beweisen will», weiss die mehrfache Junioren Schweizermeisterin. «Es gibt nur wenige, die so gelöst in Turniere gehen und die selbst unter grösstem Druck so viel Lockerheit ausstrahlen. Alina Granwehrs grosse Stärken sind jedoch nicht nur ihre schnellen Bälle, ihr Mut und ihre Lockerheit. Sie versteht auch das Spiel ausserordentlich gut, vermag es zu lesen und kann Gehörtes extrem schnell und korrekt umsetzen», lobt ihr Trainer. Dass sie in den letzten Monaten so grosse Fortschritte gemacht hat, ist nicht zuletzt auf ihren Umzug nach Biel zurückzuführen. «Die Bedingungen mit mehreren täglichen Trainingseinheiten und einem spitzensportgeprägten Umfeld sind ideal», erklärt Alina, die in Biel das Gymnasium besucht, den Erstjahresstoff aber auf zwei Jahre verteilen kann. Das während Turnierabwesenheiten Verpasste holt sie jeweils begleitet von der erfahrenen Swiss-Tennis-Betreuerin Annemarie Rüegg nach. «Gerade nach längeren Auslandabwesenheiten ist das Schulprogramm happig», sinniert die Nummer 139 des Tennis Europe Rankings (U16) und Nummer 658 der Junioren-Weltrangliste (U18). «Alina ist eine ausgesprochene Wettkämpferin und hat bewiesen, dass sie Spielerinnen mit einem ITF-Ranking im Bereich 200 bis 400 besiegen kann. Deshalb werden wir nun auch ITF-Turniere der höheren Kategorie 2 sowie erste kleinere Damenturniere auf 15 000- bis 25 000-Dollar-Stufe einplanen», sagt Granwehrs Trainer Walter. An diesen soll sie Erfahrungen sammeln.

Niederlagen sind wichtig, Erfolge auch

Da es bei diesen Turnieren jedoch schwieriger ist, Punkte für die Weltrangliste zu erspielen, muss sie auch weiterhin Turniere der tieferen Kategorie 3 und 4 bestreiten, die ihrer aktuellen Ranglistenposition entsprechen und an denen sie sich auf eine ­andere Art behaupten muss. ­Niederlagen sind wichtig für die Entwicklung, Erfolge aber gut für das Selbstvertrauen und die ­Motivation. «In zwei Jahren ­wollen wir für die Junioren-Grand-Slams bereit sein», blickt Trainer Walter voraus. Bereits Ende dieses Jahres sieht er seinen Schützling in den Top 250 der ­Juniorenweltrangliste. «Trotz aller Euphorie ist es ganz wichtig, auf dem Boden zu bleiben und weiterhin Schritt für Schritt zu nehmen», weiss der sehr erfahrene Coach. Und auch in diesem Bereich sind sich Trainer und Spielerin einig. «Ich nehme Match für Match, gebe täglich mein Bestes und bin gespannt, was alles drin liegt», sagt Alina Granwehr.

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