TENNIS: Tennistalent mit grossen Plänen

Mirjam Gämperli hat ihre Wettkampffreude neu entdeckt. Nach einer dreijährigen verletzungsbedingten Pause spielt die Flawilerin wieder auf hohem Niveau Tennis und darf die Schweiz dieses Jahr an den Hochschul-Europameisterschaften in Spanien vertreten.

Marie Theres Brühwiler
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«Es ist eine Riesenfreude, schmerzfrei Tennis zu spielen», strahlt Mirjam Gämperli überglücklich. Was jetzt wieder selbstverständlich ist, war für die Flawilerin lange undenkbar. Drei Jahre lang konnte die 24-Jährige kein Racket mehr anfassen. Zuvor kämpfte sie sich mit Schmerzen und notabene mit immer weniger Freude durch Trainings und kleinere Turniere. «Es begann mit Schulterproblemen, dann kamen Rückenschmerzen dazu und schliesslich stellte man während einer Physiotherapie fest, dass der Kern des Übels an einer angerissenen Sehne im rechten Fuss lag», erklärt die R1-Spielerin die Odyssee ihrer körperlichen Probleme.

Nach Operationen wieder ein neuer Mensch

Inzwischen hat die ehemalige ­N-Spielerin drei Fussoperationen hinter sich und geht wieder voller Begeisterung jener Freizeitbeschäftigung nach, die sie schon immer am liebsten gemacht hat. Und das mit grossem Erfolg. Mi­rjam Gämperli ist an den Schweizer Hochschulmeisterschaften in Marly mit herausragenden Leistungen Vize-Schweizer-Meisterin geworden und schaffte es im Dezember ebenso überraschend inmitten ihrer Semesterprüfungen auch an der Club Champion Trophy bis in den Final. «Es hat mich wieder richtig gepackt», gibt Mirjam Gämperli lachend zu verstehen. Nach ihren Erfolgen hat sie den Sprung in die Studenten-Nationalmannschaft geschafft und darf diesen Sommer die Schweiz an den Hochschul-Europameisterschaften vertreten. «Ich bin sehr motiviert und werde in Madrid alles geben, um unser Land gut zu vertreten», blickt die Untertoggenburgerin voraus.

Obwohl der Hochschulsport ausserhalb der Schweizer Universitäten und Fachhochschulen nur wenig Beachtung findet, ist das Niveau sehr hoch. «Wer vorne mitmischen will, muss dem Sport einen hohen Stellenwert einräumen», weiss Mirjam Gämperli, die beim ehemaligen Davis-Cup-Spieler Freddy Blatter in Oberentfelden trainiert, dort in einer WG lebt und an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) Lebensmitteltechnologie studiert. Die ehemalige Absolventin des Sportgymnasiums Davos hat sich schon immer für das Thema Lebensmittel interessiert. «Das Studium ist sehr vielseitig, und die Materie fasziniert mich in Theorie und Praxis», schwärmt die junge Frau, die neben ihrem Studium und ihrer Tennisleidenschaft auch noch einer Teilzeitarbeit nachgeht.

Ein grosser Traum bleibt die Universiade

Ob sich Mirjam Gämperli in diesem Jahr einen weiteren Traum erfüllen kann, steht noch in den Sternen. «Mein grosses Ziel wäre es, im August an der Universiade in Taipei (Taiwan) teilzunehmen.» Noch sei aber unklar, welche Anzahl an Tennisspielerinnen und Tennisspielern der Schweizer Hochschulverband für die Olympiade der Studierenden selektionieren wird, sinniert sie. Eines scheint aber nach einem Blick auf die Teilnehmerlisten der letzten Universaden klar. «Die Weltspiele im Hochschulsport sind in der Sportart Tennis durchaus mit WTA- und ATP-Unterbauturnieren vergleichbar», weiss die Ostschweizerin.

Marie Theres Brühwiler

sport@wilerzeitung.ch

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