TENNIS: Erster Titel bei den Aktiven

Der neue Schweizer Meister heisst Adrian Bodmer. Der Niederwiler sicherte sich am Wochenende an den nationalen Meisterschaften in Biel überraschend den Titel.

Marie Theres Brühwiler
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Trainingsteilnehmende proben auf einem Sirnacher Dachboden den Ernstkampf. (Bild: Cédric Schneider)

Trainingsteilnehmende proben auf einem Sirnacher Dachboden den Ernstkampf. (Bild: Cédric Schneider)

Marie Theres Brühwiler

sport@wilerzeitung.ch

«Dieser Erfolg kommt überraschend», gibt Adrian Bodmer (N2.22) nach dem Applaus des Publikums und den Glückwünschen zum ersten Schweizer Meistertitel in Biel am Sonntagabend zu verstehen. Der Niederwiler, der sich in den letzten Monaten zweimal am rechten Fuss operieren lassen musste, zählte nach einer längeren Odyssee von verletzungsbedingten Rückschlägen am sehr gut besetzen nationalen Kräftemessen nicht zum engsten Favoritenkreis. Dass mit Adrian Bodmer aber trotz schlechten Vorzeichen zu rechnen ist, deutete sich bereits in den ersten drei Runden an. Der 21-Jährige besiegte seine Gegner, ohne einen Satz abzugeben.

Im Halbfinal die Nummer eins besiegt

Mit dem topgesetzten Adrien Bossel (N1.6) wartete in den Halbfinals nicht nur die Nummer eins des Turniers, sondern auch ein Davis-Cup-Erprobter auf den Fürstenländer. Die beiden GC-Spieler Bossel und Bodmer kennen sich aus dem NLA-Interclub sehr gut und trainieren bei gemeinsamen Auslandturniereinsätzen auch ab und zu miteinander. Gewinnen konnte Bodmer gegen den um neun Jahre älteren Romand allerdings bisher weder in Trainingsspielen noch im bisher einzigen Ernstkampf.

«Ich spürte heute bei den ersten Bällen, dass es für einmal aufgehen könnte», fasst Bodmer zusammen. Sehr zur Freude des Publikums war das mehr als drei Stunden dauernde Halbfinalspiel zwischen den beiden Clubkollegen an Dramatik kaum zu überbieten. Schliesslich konnte Bodmer das Tiebreak im dritten Satz für sich entscheiden und den Thriller mit 6:7, 6:4, 7:6 gewinnen.

Bodmers Kraftreserven reichten, um auch im sonntäglichen Finalspiel gegen Marc-Andrea Hüsler (N2.15) über die volle Distanz zu gehen, dabei einen Matchball abzuwehren und schliesslich mit 2:6, 7:6, 7:5 zu gewinnen. Nach vier Goldmedaillen bei den Junioren und Titeln im NLA-Team von GC ist der jüngste Erfolg der erste nationale Schweizer Meistertitel bei den Aktiven für Bodmer. «Klar, dass meine Freude gross ist», gab der frischgebackene Schweizer Meister müde, aber glücklich zu Protokoll.

Auch Nina Stadler mit Exploit

Im NLA-Interclub hatte Nina Stadler (N2.17) ihr grosses Potenzial gegen deutlich besser klassierte Spielerinnen mehrfach in starken Dreisatzspielen angedeutet. Ihre grossen Fortschritte konnte sie aber im Sommer gegen die besten N1-Spielerinnen der Schweiz noch nicht in Siege ummünzen. Anders war das am Wochenende, wo sie in den Viertelfinals die topgesetzte und als haushohe Favoritin gehandelte Amra Sadikovic (N1.5) aus dem Turnier warf.

«Heute ging einfach alles auf», resümierte Nina Stadler. Obwohl der Siegeszug der Kirchbergerin in den Halbfinals von der Westschweizerin Tess Sugnaux (N2.15) gestoppt wurde, ging die Toggenburgerin nicht leer aus. An der Seite von Simona Waltert gewann Nina Stadler im Doppel den Vizemeistertitel. Die Dussnangerin Nadine Keller (N4.52) überstand die Qualifikation trotz einer sehr guten Erstrundenvorstellung nicht.

Adrian Bodmer zeigt sich über den Meistertitel selber überrascht. (Bild: Swiss Tennis)

Adrian Bodmer zeigt sich über den Meistertitel selber überrascht. (Bild: Swiss Tennis)