TENNIS: Einheitliche Passion – unterschiedliche Wege

Das Leben von Alina Granwehr aus Wilen und Nadine Keller aus Dussnang spielt sich grossmehrheitlich auf den Tenniscourts ab. Die beiden Tennisjuniorinnen gehen jedoch trotz ähnlicher Leidenschaft unterschiedliche Wege.

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Vor gut drei Monaten hat Alina Granwehr ihren ersten Schweizer Meistertitel gewonnen. «Das war ein sehr schöner Erfolg, ist aber erst ein kleiner Schritt. Ich weiss, dass ich hart weiter arbeiten muss, wenn ich mich international behaupten will», sagt die 13-Jährige. Die Wilenerin konzentriert sich jedoch nicht nur auf den Sport, sondern hat kürzlich auch die Aufnahmeprüfung für die Kantonsschule bestanden. «Ich konnte nicht viel in die Prüfungsvorbereitung investieren, habe aber die zur Verfügung stehende Zeit optimal genutzt», resümiert Alina Granwehr, die diesen Frühling mehrere Ausland-Delegationen mit Swiss Tennis bestritt. Ihre Frühlingsferien nutzt die R1-Spielerin nun, um in Portugal ein U14-Tennis-Europe-Turnier der höchsten Kategorie zu spielen. Die erste Runde hat sie erfolgreich überstanden. In den nächsten Wochen muss sich die Nummer 112 der U14-Europe Rangliste entscheiden, ob sie in die Kantonsschule Wil gehen will oder einen tennisspezifischeren Weg einschlagen möchte.

Den für Alina Granwehr anstehenden Entscheid hat Nadine Keller schon getroffen. Die Dussnangerin dislozierte bereits im Primarschulalter nach Kreuzlingen und wurde an der Nationalen Elitesportschule Thurgau gefördert. Seit letztem Sommer besucht die 16-Jährige das Sport-KV. Die Nummer 49 der Schweiz, die anders als Alina Granwehr keine Tennis-Europe-, sondern ausschliesslich internationale Junioren-Turniere für Unter-18-Jährige (ITF) bestreitet, ist überzeugt, dass dies für sie die perfekte Lösung ist. «Ich konnte meine Trainingsintensität steigern und habe doch eine solide Ausbildung vor Augen», freut sich die aktuelle Nummer 737 der Juniorinnenweltrangliste. Das Ganze sei jedoch kein Honiglecken. «Es ist aber ein Balanceakt, der mir sehr gut gefällt», betont Keller.

Mit der Hallenbilanz ist die ehrgeizige Hinterthurgauerin nicht zufrieden. «Obwohl ich gar nicht so schlecht gespielt habe, blieb ich zuletzt leider einige Male bereits in der ersten Runde auf der Strecke.» Sie sei deshalb froh, dass die Sandsaison beginne. «Ich muss vor allem am Service und an meiner Vorhand arbeiten.» Den gleichen Weg wie Nadine Keller jetzt geht, hat die Kirchbergerin Nina Stadler bereits hinter sich. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung kann sich die Toggenburgerin voll auf ihre Tenniskarriere konzentrieren. Derzeit bestreitet sie Turniere in Japan und hat sich in Kashiwa bei einem mit 25000 Dollar dotierten WTA-Unterbauturnier durch die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt.

Marie Theres Brühwiler

sport@wilerzeitung.ch

Hinweis

Der Niederwiler Adrian Bodmer gehört nach der neu erschienenen Nationalen Tennisrangliste erstmals zu den zehn besten Tennisspielern der Schweiz.