Tempolimit sorgt für Verwirrung

Aufgefallen

Angelina Donati
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Von Sonnental nach Brübach gilt ab Brübach Tempo 60. (Bilder: Angelina Donati)

Von Sonnental nach Brübach gilt ab Brübach Tempo 60. (Bilder: Angelina Donati)

Ein Schild signalisiert eine Einbahn, eines steht für Überholen verboten, ein anderes zeigt an, dass man sich auf einer Hauptstrasse befindet und ein weiteres, dass man bei der Kreuzung stoppen muss: Die Verkehrsschilder häufen sich an manchen Orten derart, dass sie zusammen einen regelrechten Schilderwald bilden. Richtig übersichtlich ist es im Vergleich dazu in Brübach bei Oberbüren. Beim Ortseingang steht ein einziges Schild, das die Geschwindigkeit auf 60 km/h beschränkt. Allerdings sorgt genau dieses eine Schild für besonders viel Wirbel.

Wie so üblich, gilt jeweils in beiden Richtungen dasselbe Tempo. Könnte man zumindest meinen. Nicht so aber in Brübach: Wer vom Sonnental in Richtung ­Zuzwil fährt, für den gelten 60 km/h. Ganz anders von Zuzwil nach Sonnental. Für einen Abschnitt von wenigen hundert Metern gilt hier Tempo 80. Die Limite von 60 km/h wird mit einem Schild nämlich schon früher aufgehoben. Ein Versehen oder Absicht? Und vor allem: Was gilt denn nun?

Fakt ist, dass dieser Streckenabschnitt bei der Kantonspolizei St. Gallen mehr als bekannt ist. Regelmässig rufe die ungleiche Signalisation bei Bürgern Verwunderung hervor. Die Beschilderung soll aus früheren Tagen stammen und würde heute nur noch einheitlich eingeführt werden, sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei. Die Überlegung war simpel: Auch damals gab es entlang der einen Strassenseite Häuser. Der Lärmminderung wegen wie auch zum Schutz der Bewohner wurde das Tempo auf 60 km/h beschränkt. Ganz im Gegensatz zur erlaubten Geschwindigkeit von 80 km/h auf der gegenüberliegenden Fahrbahn, die an eine unbebaute Wiese grenzt.

Zwar sind die verschiedenen Tempolimits noch heute aus rechtlicher Sicht absolut legitim, wie Schneider sagt. «Allerdings kann diese Beschilderung tatsächlich verwirren.» Wer nun denkt, er könne in beiden Fahrtrichtungen gleichermassen aufs Gas drücken und bleibe von Konsequenzen verschont, irrt. Wie Schneider weiter erklärt, gebe auch dieser spezielle Fall keine Grundlage für Diskussionen, sondern «es gilt die Geschwindigkeit, die angegeben ist».

Streckenabschnitte wie dieser sind rar geworden. Im Zuge der regelmässigen Signalisationsüberprüfung verschwinden solche Ungleichheiten nach und nach. Auch der «Fall Brübach» soll bald der Vergangenheit angehören. In etwa einem bis zwei Jahren wird die Signalisation den heutigen Standards angepasst. Bis dahin bleibt der scharfe Beobachter verwundert.

Angelina Donati

angelina.donati@wilerzeitung.ch

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