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Tempo 30 allein überzeugt selbst Experten nicht

«Mehr als nur Leuchtwesten und Velohelme», Ausgabe von heute
Peter Zumstein, Münchwilen

Viele, zu viele in Münchwilen befürworten das Millionenprojekt vom 26. November. So der Gemeinderat, allen voran Gemeindepräsident Guido Grütter. Natürlich die FDP und die Grünen. Solche, an den chinesischen Volkskongress erinnernde Zustimmungsquoren und Claqueure sind unserer Demokratie fremd und rufen Skepsis hervor. Warum keinen Widerspruch, warum kein einziges negatives Wort in der Abstimmungsbroschüre? Hat man etwas zu verbergen?

Und tatsächlich! Im Bericht der Firma Metron AG zum Agglomerationsprogramm Wil der 3. Generation – wozu auch Münchwilen gehört – vom 18. November 2016 steht unter anderem geschrieben: Für den Langsamverkehr (LV) ergeben sich aus dem Trendszenario für den motorisierten Individualverkehr (MIV) gewichtige Nachteile. Die steigende Verkehrsbelastung führt insbesondere auf den Hauptachsen und Ortsdurchfahrten zu einer sich verschlechternden Sicherheitssituation. Diese ist zudem mit einer sinkenden Aufenthaltsqualität verbunden, da die Umweltbelastungen (Lärm und Luft) zunehmen. Zuletzt wirkt sich die steigende Trennwirkung der Strassen auch auf die Erreichbarkeit im LV aus und verursacht Reisezeitverluste. Diese insgesamt negativen Entwicklungen für den LV führen zu einem Attraktivitätsverlust, der auch zu einer Verschiebung vom LV zum MIV und ÖV führen kann – damit besteht die Gefahr eines sich selbst verstärkenden negativen Effekts. Weiter ist als Fazit festgehalten: Gefahr sinkender Attraktivität des ÖV durch Zeitverluste und Fahrplaninstabilität (schlechtere Umsteigebeziehungen, höhere Betriebskosten). Ausserdem ergeben sich grosse Abhängigkeiten und Risiken im ÖV aufgrund der nationalen Planungen im Eisenbahnfernverkehr.

Warum verschweigt man dem Stimmbürger und Steuerzahler diese Einsichten? Denn Tempo 30 allein überzeugt selbst Experten – wie oben dargestellt – nicht. Und das in der Broschüre erwähnte Beispiel von Köniz eignet sich nicht als Modell, weil Köniz keine Frauenfeld-Wil Bahn kennt. Apropos FW-Bahn: Der geplante Viertelstundentakt in den Randstunden verstärkt zum einen das Verkehrschaos in der Region und zum andern sind die Anschlüsse in Wil nach Zürich und St. Gallen nicht mehr gewährleistet. Ärgerlich oder mit den Worten von Guido Grütter gesagt: Ramsch!

Was sollen wir jetzt glauben: Das was stimmig ist oder das was stimmt?

Peter Zumstein, Münchwilen

Hinweis der Redaktion

Mit der heutigen Ausgabe endet die Frist für Leserbriefe.

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