Tempo 20 funktioniert noch nicht

Vor zehn Jahren wurde die Flawiler Bahnhofstrasse in eine Begegnungszone mit Tempo 20 umgestaltet. Heute zeigt sich, dass die Höchstgeschwindigkeit oft überschritten wird. Der Gemeinderat plant nun vorerst sanfte Massnahmen.

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Auf der Bahnhofstrasse wird auch zehn Jahre nach der Umgestaltung in eine Begegnungszone die Temporeduktion nicht eingehalten. (Bild: Andrea Häusler)

Auf der Bahnhofstrasse wird auch zehn Jahre nach der Umgestaltung in eine Begegnungszone die Temporeduktion nicht eingehalten. (Bild: Andrea Häusler)

FLAWIL. «Die Bahnhofstrasse ist die Fifth Avenue von Flawil, quasi Flawils Prachtstrasse», schreibt die Ratskanzlei in ihren Mitteilungen. Im Jahr 2006 wurde sie in eine Begegnungszone umgebaut. In Begegnungszonen gilt Tempo 20, und die Fussgänger haben Vortritt. Im Communiqué aus dem Gemeindehaus kritisiert der Geschäftsleiter Bau & Infrastruktur, René Bruderer: «Die Autos fahren heute zwar langsamer als vor zehn Jahren. Doch Messungen und Beobachtungen zeigen, dass die Regeln einer Begegnungszone allzu oft nicht respektiert werden. Die Autos dominieren, die Fussgänger sind zurückhaltend.»

Inforadar sensibilisiert

Zwischen dem 17. und 23. August stand an der Bahnhofstrasse – Höhe Gemeindehaus – ein Inforadar, der den Autofahrern das Tempo auf einem Bildschirm anzeigte. Ziel des Inforadars war, die Autofahrenden für ihre Geschwindigkeit zu sensibilisieren. Trotz Temporeduktion aufgrund der Messanzeige und tieferem Tempo am Anfang der Bahnhofstrasse zeigen die Messungen, dass nach wie vor viele das erlaubte Tempo von 20 km/h nicht einhalten. Die gemessene Maximalgeschwindigkeit betrug 57 km/h. Ende September wird der Inforadar auf der Höhe Bahnhofstrasse 22/24 nochmals aufgestellt.

Priorität für Füsse und Velos

Dem Gemeinderat ist es ein Anliegen, dass die Begegnungszone Bahnhofstrasse funktioniert. «Wir wollen insbesondere, dass Tempo 20 eingehalten wird. Der Langsamverkehr, also Fussgänger und Velofahrer, haben Priorität», lässt sich Gemeindepräsident Elmar Metzger in den Gemeinde-Mitteilungen zitieren. Um diese Ziele zu erreichen, habe der Gemeinderat grünes Licht für einen Massnahmenplan gegeben. «Wir sind uns bewusst, dass die Strasse erst vor zehn Jahren umgebaut wurde. Darum werden wir sparsam mit den Steuergeldern umgehen und kostengünstige Massnahmen planen.»

Erste Phase: Sensibilisierung

In einer ersten Phase setzt der Gemeinderat auf die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer. Mit Zeitungsartikeln im Anzeiger, mit Plakaten und mit Geschwindigkeitsmessungen soll die Bevölkerung zur Einhaltung der Regeln einer Begegnungszone motiviert werden. Falls nötig, werden in einer zweiten Phase einfache Gestaltungselemente aufgestellt. «Wir hoffen, dass die Massnahmen dieser zwei Phasen ausreichen, um unsere Ziele zu erreichen. Wenn nicht, müssten wir auf aufwendigere Massnahmen zurückgreifen», stellt René Bruderer abschliessend in Aussicht. (ahi/rkf.)