Teergrube leeren und abbrechen

Die Areale ehemaliger Gaswerke sind mit Schadstoffen belastet. Die Untersuchungen zeigen: Das Areal in Niederuzwil kommt vergleichsweise gut weg. Entsprechend der Empfehlung der Fachleute wird die ehemalige Teergrube abgebrochen.

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NIEDERUZWIL. Weitere Sofortmassnahmen sind nicht erforderlich.

Auf dem Areal der Technischen Betriebe in Niederuzwil wurde zwischen 1910 und Ende der Sechzigerjahre das Gaswerk betrieben. Aus Steinkohle wurde im damals üblichen Verfahren Gas erzeugt.

Grundwasser sauber

Die Erfahrungen zeigen: Die damalige Gasproduktion führte oft zu Belastungen des Untergrundes, teilweise auch des Grundwassers. Auf Anordnung des Amtes für Umweltschutz liessen die Technischen Betriebe ihr Areal auf Altlasten untersuchen. Positiv kann festgehalten werden: Das Areal kommt vergleichsweise gut weg. Belastungen sind zwar vorhanden, sie beschränken sich aber auf Auffüllbereiche an der Oberfläche. Die Schadstoffe sind nicht in den Untergrund und nicht ins Grundwasser gelangt.

Teergrube entfernen

Mit dem Ende der Gasproduktion wurden die damaligen Anlagen stillgelegt und in den 70er- und 80er-Jahren abgebrochen. Teile der unterirdischen Anlagen sind aber noch vorhanden. So etwa die damalige Teergrube. Sie ist nach wie vor mit Teeröl und teerölhaltigem Wasser gefüllt – und glücklicherweise nach wie vor dicht. Die Fachleute empfehlen, die Grube möglichst rasch zu leeren und abzubrechen, weil bei Lecks der Grube ein hohes Risiko für Verunreinigungen des Untergrundes bestehen. Diese Arbeiten erfolgen demnächst. Etwa 150 Tonnen zähflüssiges Teeröl und 50 Tonnen teerölhaltiges Wasser werden aus der Betongrube entnommen und ordnungsgemäss entsorgt.

Der Betonbehälter der Grube wird abgebrochen, fachgerecht entsorgt, und schliesslich wird das Gelände dort wiederaufgefüllt. Bauarbeiten, Entsorgung und Untersuchungen verursachen Kosten von rund 200 000 Franken. Umfang und Art der Arbeiten sind mit dem Amt für Umweltschutz abgesprochen.

Weitergehende Sanierungsmassnahmen sind aufgrund der umfangreichen Untersuchungen derzeit nicht erforderlich. Trotzdem: Im Areal sind noch weitere Verunreinigungen vorhanden.

Übriges Areal

Ob und wie sie dereinst saniert werden müssen, ist auch von der künftigen Nutzung des Areals abhängig. Voraussichtlich müssten weitergehende Sanierungsmassnahmen nur erfolgen, wenn und soweit im Zusammenhang etwa mit Bauvorhaben auf dem Areal Aushub erfolgt.

Die Fachleute gehen davon aus: Wird das Areal auch künftig als Platz gebraucht, oder wird bei Bauvorhaben der Untergrund unangetastet belassen, kann das belastete Material auf Dauer im Untergrund bleiben. Trotzdem wurde auch abgeschätzt: Müsste das gesamte verunreinigte Erdreich abgetragen und entsorgt werden, würde dies Kosten von rund 1,3 Mio. Franken verursachen.

Die langfristige Planung sieht vor, auf dem Areal den Werkhof des Bauamtes zu verwirklichen. Unterkellerungen dürften dort die absolute Ausnahme sein. Entsprechend ist davon auszugehen, dass der Untergrund des Areals weitgehendst auch künftig nicht angetastet wird. Die Gesamtkosten für einen vollständigen Abtrag des Erdreiches dürften deshalb weitgehend Theorie sein. (gk.) ?

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