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TBW sollen kein Discounter sein

Die Technischen Betriebe Wil erwirtschafteten im 2015 ein Rekordergebnis. Dank des hohen Überschusses nahm das Unternehmen beim Gas und beim Strom Tarifanpassungen vor. Möglichst tiefe Preise sind aber nicht das primäre Ziel.
Philipp Haag
Daniel Meili Stadtrat, zuständig für Technische Betriebe Wil

Daniel Meili Stadtrat, zuständig für Technische Betriebe Wil

WIL. Die Technischen Betriebe Wil (TBW) schliessen das vergangene Rechnungsjahr mit einem Rekordergebnis ab. Bei einem Umsatz von 70 Millionen Franken – ungefähr eine Million pro Mitarbeitenden – erwirtschafteten die TBW einen Cashflow von 13,4 Millionen Franken. Beim Cashflow handelt es sich gemäss Definition um den Zufluss von Geldmitteln.

Die 13,4 Millionen Franken sind eine Summe, die in der Geschichte der TBW noch nie erreicht worden ist, wie der kaufmännische Leiter, Goar Schweizer, sagt. Die Abgaben an die Stadt belaufen sich gemäss dem vom Parlament genehmigten Schlüssel auf 6,1 Millionen Franken. Ein Betrag, der diejenigen der letzten Jahre um rund eine Million Franken übersteigt. Unter dem Strich verbleibt ein Reingewinn von 6,2 Millionen Franken, der um 4,8 Millionen Franken höher ausfällt als veranschlagt. Zum Überschuss tragen alle vier TBW-Sparten bei: die Elektrizitätsversorgung mit 1,5 Millionen Franken, die Kommunikation (Thurcom) mit 0,9 Millionen, die Wasserversorgung mit einer Million und die Erdgasversorgung mit 2,8 Millionen.

Preisreduktion beim Gas

Grund für den ausserordentlich hohen Gewinn beim Gas ist ein Preissturz zu Beginn des vergangenen Jahres. Durch eine Abwertung des Euro und des Dollar sanken die Einkaufskonditionen. Einen Teil des tieferen Preises gaben die TBW an die Kunden weiter, indem sie auf den April 2015 den Tarif um 0,6 Rappen pro kWh senkten. Seit diesem 1. April ist der Gastarif nochmals angepasst worden, um 0,3 Rappen. Ebenfalls zum guten Ergebnis beigetragen hat eine Sonderdividende der Erdgas Ostschweiz in der Höhe von 725 000 Franken. Auch diese ist auf die tiefen Gaspreise zurückzuführen. Ausserdem erfolgt der Umstieg auf das neue Standardprodukt mit einem Biogasanteil von zehn Prozent kostenneutral. Die Differenz wird durch die Arbeitspreisreserve ausgeglichen.

Tarifanpassung beim Strom

Beim Strom gab es im vergangenen Jahr keine Anpassung des Tarifs, obwohl auch die Stromproduzenten als Reaktion auf die tiefen Gas- und Ölpreise ihre Verkaufskonditionen reduzierten. «Die Vorgaben der staatlichen Regulierungsbehörde Elcom verbieten eine Tarifanpassung während des Jahres», sagt Stadtrat Daniel Meili. Eine Preisveränderung sei lediglich auf Jahresbeginn möglich. Ende August müssen die Tarife der Elcom gemeldet werden, damit Kunden im liberalisierten Markt die Preise vergleichen können und die Möglichkeit haben, den Anbieter per Ende Oktober zu wechseln. Die TBW haben auf das gute Ergebnis im vergangenen Jahr mit einem Überschuss von 1,5 Millionen Franken reagiert und die Strompreise per Anfang des laufenden Jahr um durchschnittlich einen Rappen pro kWh oder etwa 6,5 Prozent gesenkt. «Es ist aber nicht unser Ziel, die niedrigsten Preise anbieten zu können. Wir möchten kein Discounter im Energiesektor sein», sagt Meili. «Die Preise der TBW sollen, wenn möglich, im attraktiven Drittel der Tarifskala angesiedelt sein.»

Wichtiger als eine Gewinnmaximierung ist Meili und Schweizer ein auf dem Markt konkurrenzfähiges Angebot und eine über Jahre gehaltene Konstanz in der Preispolitik ohne grössere Ausschläge nach oben und nach unten. Überdies verbleibt der Reingewinn im Unternehmen. Einerseits, um zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen zu tätigen, wie im Jahr 2015. Dadurch werden die Buchwerte reduziert. Anderseits, um Rückstellungen bilden zu können, um die Angebote und die Infrastruktur auf einem modernen Stand halten zu können. Dies ist im Besonderen bei der Thurcom notwendig, besteht beim Fernsehen, beim Internet und bei der Telefonie doch ein harter Wettbewerb.

Keine versteckte Steuer

Dem Vorwurf, durch zu wenig angepasste Tarife eine versteckte Steuer zu erheben, da ein beachtlicher Teil der Marge an die Stadt fliesst, hält Meili dagegen, dass die Stadt einerseits einen Versorgungsauftrag hat und anderseits das Risiko für die TBW trägt. «Und nicht ausser Acht gelassen werde darf», hält Meili betonend fest, «dass der Steuerfuss um zehn Prozent angehoben werden müsste, wenn die TBW keine Abgaben leisten würden.»

Die Technischen Betriebe Wil bewegen sich beim Gas und Strom sowie bei der Kommunikation im harten Wind des Marktes. (Bild: Philipp Haag)

Die Technischen Betriebe Wil bewegen sich beim Gas und Strom sowie bei der Kommunikation im harten Wind des Marktes. (Bild: Philipp Haag)

Goar Schweizer Kaufmännischer Leiter Technische Betriebe Wil

Goar Schweizer Kaufmännischer Leiter Technische Betriebe Wil

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