TBW hat die Vorgaben eingehalten

Im Rahmen der Diskussion zur Rechnung 2014 der Technischen Betriebe Wil wurde kritisiert, dass die Darstellung der Arbeitspreisreserve nicht korrekt erfolgt sei. Diesen Vorwurf entkräftet die Revisionsstelle.

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WIL. Das Stadtparlament hat die Jahresrechnung 2014 der Technischen Betriebe Wil (TBW) beraten und genehmigt. In der Diskussion war Kritik an der Darstellung der Gas-Arbeitspreisreserve geübt worden; die BDO als Revisionsstelle der Rechnung der TBW hat den Sachverhalt im Auftrag des Stadtrats geprüft und die fragliche Darstellung als korrekt beurteilt.

Die so genannte «Arbeitspreisreserve» des Erdgases dient dazu, Preisschwankungen zwischen den effektiven Beschaffungskosten der Erdgas Ostschweiz EGO AG am Markt und den Einkaufspreisen der TBW auszugleichen – die entsprechenden Differenzen werden den TBW über diese Arbeitspreisreserve belastet oder gutgeschrieben. Im Rahmen der Diskussion zur Jahresrechnung 2014 der TBW hatte Sebastian Koller (Grüne Prowil) eine Frage zu dieser Arbeitspreisreserve gestellt und namens seiner Fraktion darauf hingewiesen, dass die Darstellung dieser Arbeitspreisreserve in der TBW-Rechnung wie schon im Vorjahr nicht korrekt erfolgt sei – hier seien entgegen des Brutto-Prinzips verschiedene Positionen miteinander verrechnet respektive nicht separat ausgewiesen worden. Auch die Bilanzierung sei nicht korrekt, hier würden gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten.

Klar dargestellt

Mit Schreiben vom 4. Mai entkräftet die BDO diesen Vorwurf: Die gesetzlichen Vorgaben für eine ordnungsgemässe Rechnungslegung und Buchführung seien eingehalten, hält die Revisionsstelle in ihrer Beurteilung fest. Die Arbeitspreisreserve wird sowohl in der Bilanz wie auch in der Erfolgsrechnung brutto ausgewiesen. Zudem wird sie vollständig, richtig, stetig und verständlich dargestellt. Die Veränderungen der Arbeitspreisreserve werden über die Erfolgsrechnung erfolgswirksam verbucht. Diese Buchungen werden im Kommentar zur Jahresrechnung transparent und klar umschrieben und dargestellt. Der Bestand der Arbeitspreisreserve wird jeweils von der EGO AG bestätigt. Die buchhalterische Darstellung der Arbeitspreisreserve im Jahresabschluss entspricht den Empfehlungen der EGO AG, wonach die Vorauszahlungen (Arbeitspreisreserve) in der Bilanz aufgenommen, sie aber gleichzeitig aus Vorsichtsgründen wieder passiviert werden sollen, weil die Volatilitäten auf dem Erdgas-Beschaffungsmarkt sehr stark schwanken können: In Zeiten steigender Preise wird die Arbeitspreisreserve beansprucht und in Zeiten sinkender Preise wird sie gebildet. Ob die Passivierung im Fremdkapital oder im Eigenkapital erfolgen soll, wurde nicht festgehalten, legt die BDO in ihrem Schreiben dar. Die TBW haben die Arbeitspreisreserve als zweckgebundene Reserve passiviert, welche nur für Preisschwankungen im Erdgasbereich verwendet werden darf: Bei steigenden Preise wird die Arbeitspreisreserve von der EGO AG beansprucht und gesenkt (Aufwand); gleichzeitig wird die zweckgebundene Reserve im Eigenkapital in gleicher Höhe gesenkt (Ertrag). Damit sind die Preisschwankungen erfolgsneutral. Die bisher angewandte kongruente Handhabung von APR-Guthaben und APR-Reserve ist eine finanzpolitische Entscheidung, welche die Preisrisiken vollumfänglich auffängt.

Bisherige Praxis bestätigt

«Die Buchungsweise und die Bilanzierung der Arbeitspreisreserve bei den TBW sind gemäss unserer Beurteilung ordnungsgemäss und entsprechen den gesetzlichen Grundlagen», so das abschliessende Fazit der BDO. Der Stadtrat hat diese Beurteilung zur Kenntnis genommen und ist erfreut über die Bestätigung einer korrekt vorgenommenen Buchungsweise und Bilanzierung. (sk)

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