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Tatort Degersheim: Oberstufenschüler auf der Bühne

In ihrem öffentlichen Theater zum Schulschluss brachten zwei Klassen der Degersheimer Oberstufe einen gemeinen Mord an einem Studenten auf die Bühne. Doch war es wirklich ein Meuchelmord?
Michael Hug
«Hier kommt Alex!» Alex Brechmeier stört mit seinen Faxen bei der TV-Sendung «Dschungelcamp». (Bild: Michael Hug)

«Hier kommt Alex!» Alex Brechmeier stört mit seinen Faxen bei der TV-Sendung «Dschungelcamp». (Bild: Michael Hug)

«Hey – hier kommt Alex!» singt und brüstet sich Alex und tanzt wild in seinem Wohnzimmer umher. Nicht dass er das nicht dürfte, schliesslich hat ihn sein verstorbener Onkel mit einem lebenslangen Wohnrecht bedacht. Doch Alex Brechmeier (Pascal Vogt) ist nicht allein. In «seiner» Wohnung leben auch vier Studentinnen und Studenten, die es ab und an auch mal ruhiger wollen, erst recht, wenn im Fernsehen «Dschungelcamp» läuft. Und auch die Nachbarn erleben keine ruhige Minute, seit Alex eingezogen ist. Doch der pubertierende Alex, der tatsächlich glaubt, dass er diesen Namen trägt, weil solche Namen nur grosse Männer tragen, Eroberer mindestens, Helden, Männer, die Geschichte schreiben, lässt sich von nichts beeindrucken.

Vorbildliche Verkörperung

Pascal Vogt verkörpert die Rolle des Alex vorbildlich. Alex ist ein Rabauke, ein Rüpel, eine richtige Rotznase. Er terrorisiert seine Mitbewohner, wohl wissend, dass sein Onkel an das Wohnrecht die Bedingung geknüpft hat, dass der schon vor ihm hier wohnenden Wohngemeinschaft nicht gekündigt werden darf. Umgekehrt können die WGler auch ihn nicht aus der Wohnung schmeissen. Keiner der Mitbewohnenden Uwe Hoffmann (Noah Koster), Kathi von Hauenstein (Romina Schifferle), Tom Hefti (Jeremy Simon) und Sara Sturzenegger (Carolina Kaszewska) möchten ausziehen, sie würden nicht so schnell eine ebensogünstige Wohnung finden. Es ist eine Pattsituation, eine ziemlich vertrackte und und offensichtlich nicht zu lösende.

Beschwerden der Nachbarn

Ausserdem beschweren sich die Anwohner mehr und mehr über den Lärm und ein Nachbar beklagt sich über seine von Alex’ Kickboard erschlagene Katze. So werden an einer konspirativen nächtlichen Sitzung Pläne gewälzt, wie man den unbeliebten Wohnungseigner eliminieren könnte. Doch keine der erwogenen Massnahmen scheint zum Erfolg zu führen. In den Keller sperren: Geht nicht, man muss ihn ständig füttern. Das Testament anfechten: hieb- und stichfest. Einen Killer auf ihn ansetzen: zu teuer. Vielleicht hypnotisieren und in der Abstellkammer abstellen? Zur Adoption freigeben? Die Sitzung endet resultatlos. Doch noch in derselben Nacht geschieht das Unfassbare.

35 Schülerinnen und Schüler der Klassen 3r und 3s haben am Mittwochabend das rasante Kriminalspiel «Tatort WG»von Simon Berger aufgeführt.

Zweite Aufführung am Dienstag

Seit den Frühlingsferien hat das Ensemble das 90-minütige Stück geprobt. Etwa die Hälfte der Jugendlichen agierte in kleinen und grossen Rollen auf der Bühne. Die andere Hälfte wirkt hinter den Kulissen mit, bei der Technik, beim Bühnenbild, bei den Vorbereitungen. Es ist nicht nur ein Krimi, das Stück birgt auch einige sozialkritische Ansätze. Ist tatsächlich ein Mord die Lösung für ein anscheinend sonst nicht lösbares Problem? Lösen Jugendliche ihre Probleme immer gleich mit der Waffe? Warum terrorisieren Menschen mit Macht andere ohne? Das Ende der Geschichte soll hier nicht erzählt werden, es findet am nächsten Dienstag (Singsaal Oberstufe, 19.30 Uhr) nochmals eine Aufführung statt. Die Premiere ist jedenfalls gelungen.

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