TARIFE: Strom wird fast überall günstiger

In 11 von 13 St. Galler Gemeinden in der Region ist der Strom nächstes Jahr günstiger als im kantonalen Durchschnitt. Bei den Thurgauer Gemeinden dagegen sind es nur 8 von 13. Eine Bestandesaufnahme.

Hans Suter
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Vergleichsbasis ist das Verbrauchsprofil «Typisch er Haushalte H4» mit 4500 kWh/Jahr: 5-Zimmer-Wohnung, Elektroherd, Tumbler (ohne Elektroboiler, exkl. MwSt). (Bild: Donato Caspari)

Vergleichsbasis ist das Verbrauchsprofil «Typisch er Haushalte H4» mit 4500 kWh/Jahr: 5-Zimmer-Wohnung, Elektroherd, Tumbler (ohne Elektroboiler, exkl. MwSt). (Bild: Donato Caspari)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Auffällig sind auf den ersten Blick zwei Veränderungen bei den Stromtarifen: Zum einen steigt die Abgabe für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) für alternative Energie aus Wasserkraft und Solaranlagen um 15,38 Prozent auf 1,5 Rappen pro Kilowattstunde (kWh). Zum anderen wird die Energie an sich fast überall günstiger und kostet im Kanton St. Gallen im Durchschnitt nur noch 5,15 Rp./kWh, im Thurgau sind es 5,52 Rp./kWh.

Die Zusammensetzung des Stromtarifs offenbart weitere Auffälligkeiten. Zum Beispiel, dass die Netznutzung in den untersuchten 13 St. Galler Gemeinden mit 10,18 Rp./kWh etwas doppelt so teuer ist wie der Strom selber. In den Thurgauer Gemeinden ist die Situation mit 10,43 Rp./kWh ähnlich. Nicht herauslesbar, aber bekannt ist, dass die Gemeindebetriebe mit dem Verkauf von Strom nahezu nichts mehr verdienen.

Sehr unterschiedlich sind die Abgaben an das Gemeinwesen und die Fixkosten. Die Höhe der Abgaben an das Gemeinwesen reichen von 0 Rp./kWh bis zu 1,18 Rp./kWh; der Tarif liegt im Ermessen der Gemeinden. Aus ökologischer und ökonomischer Sicht bedeutungsvoll ist der Fixkostenanteil. Bei diesem handelt es sich um einen Kostenanteil am Stromtarif, der nicht über den Verbrauch beeinflusst werden kann. Diese Kosten sind somit gegeben. Bei den 26 untersuchten Gemeinden liegt der Fixkostenanteil in einer Schwankungsbreite von 10,8 Prozent (Sirnach) und 20,4 Prozent (Niederbüren) des Gesamttarifs.

Grosse Unterschiede unter den Gemeinden

Den günstigsten Strom in der Region haben 2017 die Einwohner der Gemeinde Bettwiesen mit 14,68 Rp/kWh, Wängi mit 15,95 Rp/kWh und Münchwilen mit 15,95 Rp/kWh. Weniger als 17 Rp/kWh bezahlt man in sieben Gemeinden: Bütschwil-Ganterschwil, Jonschwil, Kirchberg, Lütisburg, Aadorf, Bichelsee-Balterswil und Lommis.

Am teuersten ist der Strom im nächsten Jahr in Fischingen mit 22,98 Rp/kWh, in Braunau mit 21,96 Rp/kWh und in Wilen mit 20,58 Rp/kWh. In allen anderen Gemeinden kostet der Strom weniger als 20 Rp/kWh. Die grossen Preisunterschiede haben meistens einen direkten Zusammenhang mit der Grösse, Einwohnerdichte und Topografie einer Gemeinde. In 11 der 13 St. Galler und 8 der 13 Thurgauer Gemeinden ist der Stromtarif 2017 günstiger als im kantonalen Durchschnitt.