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Tanzen zwischen alten Pfannen: Die Oldies Disco ist zurück - sie fand im Flawiler Brockenhaus statt

Gemütlicher, kleiner und stimmungsvoller: Die Oldies Disco hat ein neues Zuhause im Brockenhaus gefunden.
Michael Hug
Tanzen zu Rock’n’Roll an der Oldies Disco: wie im dritten Frühling. (Bild: Michael Hug)

Tanzen zu Rock’n’Roll an der Oldies Disco: wie im dritten Frühling. (Bild: Michael Hug)

«Tsch...tsch-tsch...» – nein, nicht leise, laut solls sein, es ist schliesslich Disco, Oldies Disco! «Tsch...tsch-tsch» – es ist Punkt acht Uhr und es geht los, Mungo Jerry mit «In the Summertime». «Tsch…tsch-tsch – In the Summertime when the Weather is high».

Es war im Jahr 1970, als viele noch jung waren, sehr jung, wenigstens die meisten der Gäste an der Flawiler Oldies Disco. Ach, waren das Zeiten! Man tanzte eng umschlungen, nicht zu Mungo Jerry natürlich, da war man für sich alleine, eng umschlungen zu Procol Harum, Boston, oder zur «Lady in Black» mit der Lady im Arm, dem schönsten Mädchen auf dem Tanzparkett. Damals.

Es lebe die Oldies Disco im Brockenhaus

Heute sind die Mädchen immer noch schön und die Disco von damals heisst heute Oldies Disco. Alte Musik für die Alten, und diesmal in alter Umgebung, nicht im neuen Lindensaal. Die Oldies Disco im Rebstock ist schon lange tot und die im Lindensaal jetzt auch – es lebe die Oldies Disco im Brockenhaus. Tanzen zwischen alten Pfannen und alten Möbeln, Lampen, Krimskrams aus Peddigrohr und Nippes aus Porzellan. Gleiches gesellt sich gerne zu Gleichem, die Alten zum Alten, die Oldies mit ihren Oldies.

So ganz ohne Oldies Disco geht es halt noch nicht, meinte das Green Team, das jeweils die legendäre Oldies Disco um die Jahreswende vom Stapel liess, mit zuletzt bis 500 Leuten, alten und jungen, und dann nach der 20.Aufführung aufhörte im Januar. Es war einfach zuviel in allen Belangen, meinten die Organisatoren. Zu viele Leute waren da, zu viele Helferinnen und Helfer mussten aufgeboten werden, zu viel war zum Aufbauen nötig, zuviel gab es zum Aufräumen am Sonntag danach.

Kleiner und gemütlicher

Im Brockenhaus jetzt ist alles um drei Nummern kleiner, der Raum, die Anzahl der möglichen Leute (150), die Anzahl der Helfenden (17), der Umfang für das Auf- und Abbauen (ein Tag). Kleiner und gemütlicher. Und stimmungsvoller – eine alte Industriehalle bringt viel mehr Ambiance mit sich als ein moderner Saal.

«See You Later Alligater!» tönt es unter der Discokugel und zwischen den Buchgestellen küsst sich ein altverliebtes Pärchen. «We Will Rock You!», und schon kommen sie da wieder hervor, stürmen aufs Parkett: «Viva Las Vegas!», «Smoke on the Water» und «Hells Bells» zur Mitternacht. Dann: den Schweiss abwischen, durchatmen, ran an die Bar, Bier oder Sonstiges nachtanken.

Bis die Tassen von den Gestellen fallen

Natürlich sei sie sofort zu begeistern gewesen für die Disco in ihren Räumen, sagt Renate Kurath, Leiterin des Brockenhauses, und selbstverständlich ist sie auch da, zum Abrocken mit ZZ Top und Abtanzen mit Boney M. «I Can‘t Get No Satisfaction» – das stimmt natürlich nicht, lieber «Obladi oblada» oder «Mighty Quinn» und «Carbonara». Da geht’s voll ab. DJ Rip Fossil (Daniel Müller) und Hai Phii (Markus Graber) heizen ein, vier Stunden lang, heiss und feurig bis die Tassen von den Blechgestellen fallen und die Glühbirnen aus den verstaubten Lampen.

Dafür kommen sie von weit her, die Fans, die Alten und Oldies, die noch zu feiern wissen mit alten, echten, analogen Sounds der Sechziger, Siebziger, Achtziger, als die Musik noch überschaubar war, als es nur deutschen Schlager oder Rock’n’Roll gab und die Wahl darum einfach war.

Es ist gut, dass die Oldies Disco wieder auferstanden ist und nächstes Jahr hoffentlich wieder ist. Und zwar hier im Brockenhaus zwischen den Gestellen mit dem alten Zeug, das – wie die tanzenden Alten – noch lange nicht ausgedient hat.

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