TANZ: Kies, Beton und Ballett

Das Toggenburger Orchester bereitet sich auf einen nächsten besonderen Auftritt vor. Zusammen mit fünf Baggern wird nächste Woche im Kieswerk Bütschwil ein Konzert zum 150. Geburtstag der Grob Kies AG gegeben.

Peter Küpfer
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Wo sich jetzt noch Kies türmt, wird eine riesige Publikumstribüne aufgebaut. (Bilder: Peter Küpfer)

Wo sich jetzt noch Kies türmt, wird eine riesige Publikumstribüne aufgebaut. (Bilder: Peter Küpfer)

Peter Küpfer

redaktion@wilerzeitung.ch

Schon der Titel des am 10. Juni stattfindenden Konzerts ist verheissungsvoll: «Bagger-Ballett». Auch die Projektidee ist ungewöhnlich, wobei das beim Toggenburger Orchester unter der Leitung von Ernst Hüberli nicht unerwartet kommt.

Das Orchester hat schon in Tunnels gespielt, mit spektakulären Illuminationen, im Hallenbad, unter elegantem Flossenspiel von Wassernixen, oder auf dem Chäserrugg. Diesmal scheint alles aber um noch eine Dimension grösser zu werden.Der Festakt findet mitten auf dem Lagergelände des Kies­werkes Grob am Sägenbach in Bütschwil statt. Und das bei jedem Wetter. Die Organisatoren rechnen mit regem Interesse: Inzwischen liegen 2000 Regenpelerinen bereit, ebenso viele Sitzplätze werden in den Kies- und Geröllhalden als Arena aufgebaut, mit Blick auf die gedeckte Halle. Dort kommt das Podium fürs Orchesters zu stehen. Vis-à-vis des Geländes wird ein entsprechender Parkplatz ­planiert: Alles Vorbereitungen für eine gross angelegte Konzertszenerie. Dabei spielt die Musik keineswegs die Nebenrolle. Es ist aber Teil der Festidee, dass für einmal klassische Musik zusammen mit den täglich im Einsatz stehenden Spezialfahrzeugen und Maschinen des Kieswerks den Einklang sucht. Denn die Maschinenführer sind auch Künstler. Nur sind ihre In­strumente in Erscheinungsbild und Resonanz etwas gröber.

Die Namen der einzelnen ­Programmpunkte machen Vorfreude. Es kommen unter anderem zur Aufführung – neben der Ouverture zur Oper «Der Kalif von Bagdad» (Boieldieu) und der «Champagner-Polka» von Johann Strauss – auch bisher in dieser Art wohl kaum je gehörte Werke wie die «Betonpumpen-Fanfare», der «Fahrmischer-Walzer» und die «Motor-Quadrille». Schon die Bezeichnung «Bagger-Ballett» signalisiert, dass sich das Publikum nicht nur auf Hörgenuss, sondern auch auf visuelle Höhepunkte einstellen darf. So viel sei an dieser Stelle schon einmal verraten: Zu den Klängen von Enrico Tosellis «Serenade» werden beispielsweise 17 Vertikaltuch-Artisten des TSV Salto Wattwil ihre Künste präsentieren – am Bagger.

Fanfarenstösse und ­Firmengeschichte

Wie Josef Rütsche, Präsident Toggenburger Orchester und langjähriger Experte in Special Effects, erklärt, gliedert sich das festliche Konzert in zwei Teile. Ab 19.30 Uhr sind die Gäste zu einem Apéro eingeladen, wo ein Klang-Marktplatz mit Köstlichkeiten und verschiedenen Musikstationen, aber auch ein Pavillon zur Firmengeschichte aufgebaut sind. Fanfarenstösse laden nach 21 Uhr ein, die Sitzplätze in der Publikumsarena einzunehmen. Worauf das Hauptkonzert beginnt. Eintritt und Sitzplatzreservierung sind kostenlos. Die Firma will sich mit dem Anlass auch bei der Bevölkerung bedanken, welche dem von ihren Werken generierten Betriebslärm und -verkehr wiederholt mit Toleranz begegnet.

Konzert des Toggenburger Orchesters, «Bagger-Ballett», Kieswerk Sägenbach, Grob Kies AG, Bütschwil; 10. Juni, 19.30 Uhr. Eintritt frei. www.toggenburg­orchester.ch.

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