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Jonschwiler Talentschmiede sucht nach musikalischen Talenten

Seit drei Jahren führt das Oberstufenzentrum Degenau eine Talentschule für Musik. Der erste Jahrgang hat im Sommer abgeschlossen. Schulleiter Thomas Plattner zeigt sich zufrieden. Bei den Teilnehmerzahlen besteht aber noch Luft nach oben.
Tobias Söldi
Talenschülerin Jeannine Häberli präsentiert ihr Können am «Talenschule in Concert» vergangenen Sommer. (Bild: PD)

Talenschülerin Jeannine Häberli präsentiert ihr Können am «Talenschule in Concert» vergangenen Sommer. (Bild: PD)

Vor drei Jahren wehten zum ersten Mal die Klänge der Schülerinnen und Schüler der Talentschule für Musik durch die Gänge des Oberstufenzentrums Degenau in Jonschwil. Seither haben jedes Jahr zwei bis vier neue Talente die Schule in Angriff genommen. «Das zarte Pflänzchen hat sich gut entwickelt», schreiben Schulleiter Thomas Plattner und Schulratspräsident Köbi Zimmermann in einer Presseeinladung.

Thomas Plattner, Schulleiter Oberstufenzentrum Degenau

Thomas Plattner, Schulleiter Oberstufenzentrum Degenau

Zart ist das Pflänzchen, weil die Nährstoffe nicht im Überfluss vorhanden sind. «Wir werden nicht gerade mit Anmeldungen überhäuft», sagt Plattner. Zurzeit besuchen von der ersten bis zur dritten Oberstufe acht Schülerinnen und Schüler die Talentschule; in diesem Schuljahr haben drei Sängerinnen begonnen. Plattners Ziel: 9 bis 12 Teilnehmende. Im Vergleich mit den anderen Talentschulen im Kanton (siehe Kasten) stehe man aber gut da, sagt der Schulleiter, insbesondere, wenn man das Verhältnis von Regelschülern und Talentschülern betrachte. In der Talentschule für Musik sind die Talente in die Regelklassen integriert; die Koordination von Regel- und Musikunterricht ist eine organisatorische Herausforderung.

Sportschulen werden stärker nachgefragt

Ein Vergleich mit den Talentschulen für Sport zeigt andere Zahlen. Der Kanton St. Gallen verfügt über deren zehn, die nächstgelegenste ist an die Oberstufe Lindenhof in Wil angegliedert. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Sportverbänden werden dort seit dem Schuljahr 2009/2010 Sporttalente gefördert. «Wir haben meist zwischen 40 und 50 Sportschülerinnen und -schüler», sagt Schulleiter Matthias Schlegel. Dadurch können reine Sportklassen gebildet werden, die nach einem speziellen Stunden- und Fächerplan unterrichtet werden, der auf die vielen Trainings abgestimmt ist. Schlegel kann nur Mutmassungen über die unterschiedlich grossen Nachfragen anstellen. «Sport scheint einfach populärer zu sein als Musik.» Angesichts der Vielzahl an Sportarten ist aber auch das Reservoir an potenziellen Talenten grösser.

Intrinsische Motivation ist wichtiges Kriterium

«Für die Schüler ist der Besuch der Musik-Talentschule mit relativ grossem Aufwand verbunden», sagt Plattner. Neben den drei Wochenlektionen zu Rhythmus- und Harmonielehre, Stimm- und Gehörbildung, sowie Musiktheorie und Stilkunde müssen die Schüler ein neues Instrument lernen – zusätzlich zu ihrem Hauptinstrument. Zudem befänden sie sich in einer intensiven Lebensphase: Die Berufswahl stehe an und die Pubertät mache sich bemerkbar. Weil Musiktalente aus anderen Gemeinden auch die Regelschule in Jonschwil besuchen, müssen sie sich an ein neues Umfeld gewöhnen und einen längeren Schulweg in Kauf nehmen. Ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme ist deshalb die intrinsische Motivation. Plattner sagt:

«Die Schülerinnen und Schüler müssen an die Talentschule wollen.»

Bis jetzt hat es in der Geschichte der Schule erst einen Abbruch gegeben, und die ersten Abgänger widmen sich immer noch intensiv der Musik.

Für die Schüler ist der Besuch der Musik-Talentschule mit relativ grossem Aufwand verbunden», sagt Plattner. Neben den drei Wochenlektionen zu Rhythmus- und Harmonielehre, Stimm- und Gehörbildung, sowie Musiktheorie und Stilkunde müssen die Schüler ein neues Instrument lernen – zusätzlich zu ihrem Hauptinstrument. Zudem befänden sie sich in einer intensiven Lebensphase: Die Berufswahl stehe an und die Pubertät mache sich bemerkbar. Weil Musiktalente aus anderen Gemeinden auch die Regelschule in Jonschwil besuchen, müssen sie sich an ein neues Umfeld gewöhnen und einen längeren Schulweg in Kauf nehmen. Ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme ist deshalb die intrinsische Motivation. «Die Schülerinnen und Schüler müssen an die Talentschule wollen.» Bis jetzt hat es in der Geschichte der Schule erst einen Abbruch gegeben, und die ersten Abgänger widmen sich immer noch intensiv der Musik.

Mit verschiedenen Massnahmen verstärkt die Talentschule in Jonschwil nun ihre Bemühungen um die jungen Talente. Eine davon ist ein Image-Kurzfilm, der diesen Donnerstag um 19 Uhr im Oberstufenzentrum Degenau Premiere feiert. Seit Beginn des Schuljahres gibt es auch ein Ensemble mit allen Talenschülerinnen und -schülern, das öffentliche Konzerte spielen wird.

Keine finanzielle Hilfe, aber viele Freiheiten

Der Besuch der Talentschule Musik wird über verschiedene Mittel finanziert. Das vom Kanton St. Gallen festgelegte Schulgeld für den Oberstufenunterricht bezahlt die Schule der Wohngemeinde. Für den Unterricht in den drei Musik-Wochenlektionen ist die Oberstufe Degenau zuständig. Sie finanziert auch die Aufwände für den Unterricht im Zweitinstrument. Die Eltern tragen die Kosten des Musikunterrichts für das Instrument im Hauptfach, die Kosten des Schulweges, der Verpflegung und die Teilnahme an besonderen Anlässen. «Mit neun Schülern haben wir ein ausgeglichenes Budget», hält Plattner fest. Vom Kanton erhalten die Talentschulen keine finanzielle Unterstützung. «Bei Fragen gibt er aber natürlich Support», sagt Plattner.

Dafür ist der Kanton bei der Umsetzung nur am Rande involviert. Die Schulgemeinden bewerben sich mit einem Konzept, das vom Amt für Volksschule geprüft und bewilligt wird. Neben den erwähnten Vorgaben ist auch die geografische Verteilung der Schulen über den Kanton ein Kriterium. «Natürlich gibt es klare Rahmenbedingungen, die wir gewährleisten müssen, daneben ist die gestalterische Freiheit relativ gross», sagt Plattner.

Talentschulen für Musik

Auf Beginn des Schuljahrs 2012/13 hat der Erziehungsrat das «Konzept Hochbegabtenförderung im Kanton St. Gallen» erlassen. Es bildet die Grundlage zur Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Hochbegabung und liefert einen verbindlichen Rahmen zur Anerkennung und Führung von Talentschulen Sport und Kunst auf der Oberstufe.
Im Kanton St. Gallen gibt es insgesamt sechs Talentschulen für Musik; diejenige in Jonschwil ist mit Gründungsjahr 2015 die jüngste. Die Standorte weisen aktuell folgende Zahl an Talentschülerinnen und -schüler auf: Altstätten: 6; Bad Ragaz: 17; Rapperswil-Jona: 5; St. Gallen: 15; Wittenbach: 7; Jonschwil: 8. (pd/tos)

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