Tai-Chi-Meister in Bronschhofen

BRONSCHHOFEN. Einen Monat nach der Neugründung des Vereins will der Tai-Chi-Club Bronschhofen den Hintergrund und das breite Spektrum des Tai-Chi der Öffentlichkeit präsentieren.

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Fu Nengbin brilliert an der Tai-Chi-Vorführung in Bronschhofen im Chen-Stil. (Bild: fhu.)

Fu Nengbin brilliert an der Tai-Chi-Vorführung in Bronschhofen im Chen-Stil. (Bild: fhu.)

BRONSCHHOFEN. Einen Monat nach der Neugründung des Vereins will der Tai-Chi-Club Bronschhofen den Hintergrund und das breite Spektrum des Tai-Chi der Öffentlichkeit präsentieren. Um diese Tai-Chi-Vorführung im traditionellen Chen-Stil mitzuerleben, finden sich an diesem kalten Dezemberabend zahlreiche Personen in der Turnhalle Bommeten ein. In den Gesichtern der Besucherinnen und Besucher sind die Neugierde und die Erwartungen spürbar. Doch was ist Tai-Chi überhaupt? Es handelt sich dabei nicht um eine Meditationsübung. Tai-Chi (Taiji) ist eine chinesische innere Kampfkunst. Das ausgezeichnete immaterielle Kulturerbe des alten Chinas hat sich mittlerweile über die ganze Welt verbreitet.

Von Südchina in die Schweiz

Lukas Häne, Präsident des Tai-Chi-Club Bronschhofen, heisst das Publikum willkommen. Auch Fu Nengbin, Direktor der Yangshuo-Tai-Chi-Kampfkunst-Schule in der Provinz Guangxi in Südchina, stellt sich vor. Dabei ist Lukas Häne in der Rolle des Übersetzers tätig. Fu Nengbin, der auf seinem Europaaufenthalt in Bronschhofen gastiert, ist ein Schüler von Grossmeister Chen Zhenglei, welcher das Chen-Stil-Tai-Chi in direkter Abkunft der Familie Chen überliefert.

In seinen Ausführungen beschreibt der Meister des Faches den Nutzen von Tai-Chi: «Es lässt das Innere ruhig werden, kräftigt und stärkt den Körper und schenkt Gesundheit, Glück und Fröhlichkeit.» Tai-Chi sei eine beliebte Sportart und insbesondere in den Parkanlagen, Gärten und Sportstadien Chinas anzutreffen. Es würden sogar professionelle Ausbildungen an Universitäten und Sportinstituten angeboten.

Chen-Stil präsentiert

Im Tai-Chi gibt es unterschiedliche Stile. Das Chen-Stil-Tai-Chi enthält verschiedene Formabläufe und kann auch mit Schwert, Säbel oder Stock ausgeführt werden. Lukas Häne, der Tai-Chi seit zehn Jahren ausübt und täglich rund eine Stunde trainiert, führt die Grundform mit achtzehn Elementen aus. Die langsamen, dynamischen Körperbewegungen sind in Einklang mit der ruhigen, chinesischen Musik im Hintergrund. Auf den Rängen herrscht Stille. Anschliessend zeigen vier Vereinsmitglieder fliessende Bewegungen, welche durch harte Tritte gegen den Boden und Schläge in die Luft unterbrochen werden. Dieser Wechsel von schnell und langsam entspricht der Spezialität des Chen-Stils. «Man lässt die innere Kraft nähren, um sie nach aussen zu lassen», erklärt Häne. Hohe Konzentration und Muskelkraft wird bei der Vorführung abverlangt, welche beim Publikum auf grossen Anklang stösst.

In seiner Darbietung zeigt Fu Nengbin, in ein Kimono-Kleid gekleidet und mit einem Schwert in der Hand, sein Können. Gemeinsam mit Häne bildet Fu Nengbin ein harmonisches Miteinander. Schliesslich beeindruckt Fu Nengbin mit seiner inneren Ruhe und hohen Sprüngen das Publikum. Für diesen krönenden Abschluss erhält er reichlich Beifall. Der Club hat es auf eine eindrückliche Art verstanden, sich der Bevölkerung zu präsentieren. Franziska Huber