Tag der Begegnung im Fuchsacker

Die Behindertenwerkstätte im Fuchsacker öffnete am Samstag ihre Türen und lud die Bevölkerung zur Besichtigung ein. Den ganzen Tag über strömten Besucher herein, um einen Augenschein auf die Arbeiten zu nehmen, die produziert werden.

Andrea Perks
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Degersheim. Am Samstag ging es in der Werkstätte Fuchsacker zu und her wie im Bienenhaus. Viele Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, um zu sehen, was die behinderten Menschen täglich leisten. Jeder durfte auch selber Hand anlegen und seine Geschicklichkeit ausprobieren. Dabei konnte man einen Augenschein bei der Herstellung der verschiedenen Karten nehmen. Auch im Verkaufsladen, wo die Produkte verkauft wurden, herrschte reges Treiben. Dieser Frühlingsverkauf hat Tradition, genauso wie der Flohmarkt und der Weihnachtsbasar der Stiftung Säntisblick, die jährlich durchgeführt werden. Die heutige Veranstaltung stand unter dem Motto «Berührungsängste abbauen» und war unter anderem dazu gedacht zu zeigen, was Menschen mit Behinderung leisten.

Mehr Integration angestrebt

Die Produkte, die angeboten wurden, konnten sich sehen lassen. Schöne gefilzte Blumen und dekorative Bilder stachen ebenso hervor wie liebliche Holzblumenwiesen mit lustigen Bienen zum aufstellen. Im Foyer wurden Tische aufgestellt, an denen man feine Kuchen und Getränke geniessen konnte. Die Werkstatt im Fuchsacker verfügt über 40 Arbeitsplätze. Hier werden Produkte, mehrheitlich aus dem kunsthandwerklichen Bereich, hergestellt. Elf Betreuerinnen und Betreuer kümmern sich um einen reibungslosen Ablauf ebenso wie um die Bedürfnisse der Arbeitenden. Der Betrieb hat nicht den Status einer geschützten Werkstätte, sondern den einer Beschäftigung. Somit wird den Arbeitenden keinen Lohn ausbezahlt. Die Wertschätzung findet in Form von Ferien, Ausflügen oder Freizeitangeboten statt. Eine Vision der Verantwortlichen des «Säntisblicks» ist es, die Arbeiten mehr in die umliegende Industrie integrieren zu können. Schon jetzt zählen verschiedene Firmen zu den Auftraggebern. Dieter Köppel, Leiter der Werkstätten, sieht noch mehr Potenzial. Ein Viertel von ihnen kommt jeden Morgen selbständig in die Werkstatt. Die restlichen werden entweder mit dem Bus von der Wohnstätte zum Arbeitsplatz gefahren, oder sie werden zu Fuss begleitet.

Selbständigkeit

Der Stiftung Säntisblick gehören die Wohnheime Säntisstrasse und Waldegg. Ausserdem werden in vier Wohnungen in Degersheim Wohnformen angeboten, in denen die Menschen mit Behinderung selbständig mit nur geringer Aussenbetreuung in Gruppen leben können.

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