Tag 2: Leere und Stille - das Corona-Virus verändert das soziale Leben in Wil

Die Auswirkungen des Bundesratentscheids vom Freitag auf das öffentliche Leben in Wil sind vielgestaltig.

Hans Suter
Drucken
Teilen
Sonntagabend, 18.30 Uhr: Die Wiler Fussgängerzone Obere Bahnhofstrasse ist fast menschenleer.

Sonntagabend, 18.30 Uhr: Die Wiler Fussgängerzone Obere Bahnhofstrasse ist fast menschenleer.

Bild: Hans Suter

Die Wetterprognosen versprachen ein sonniges Wochenende mit steigenden Temperaturen. Frühlingsgefühle mochten sich nach den Entscheidungen des Bundesrats vom Freitag aber doch nicht so richtig einstellen. Am Samstag war die Wiler Fussgängerzone an der Oberen Bahnhofstrasse spürbar weniger belebt als sonst. Derweil vor den Lebensmittelgeschäften in der Region kaum ein freier Parkplatz zu finden war. Viele besorgte Einzelpersonen und Familien kauften auf Vorrat ein, Frischeprodukte wie Salat, Gemüse und Fleisch, aber vor allem haltbare Lebensmittel wie Mehl, Reis, Teigwaren und Öl. Der Renner war Toilettenpapier, das mancherorts am Nachmittag ausgegangen war, am Montag aber wieder in den Verkaufsregalen zu finden sein wird.

Gespenstische Ruhe herrschte am Sonntag. Der 9-Uhr-30-Gottesdienst in der katholischen Kirche St.Peter war den Umständen entsprechend gut besucht. Maximal 100 Personen waren erlaubt, was aber nicht ganz erreicht wurde. Es macht dennoch den Anschein, dass in schwierigen Zeiten kirchlicher Zuspruch nach wie vor gefragt ist. Das zeigte sich auch in der evangelischen Kreuzkirche, wo ein besonderer Gottesdienst mit Band und Segnungsteil für Kranke und Angehörige gefeiert wurde. Die erlaubte Zahl von 100 wurde erwartungsgemäss überschritten. Wer «zu viel» war, wurde ins Kirchgemeindehaus begleitet, wo der Gottesdienst als Tonübertragung miterlebt werden konnte.

Busfahrt ohne Fahrgäste

Der Bahnhof Wil wirkte wie ausgestorben. Nur vereinzelt waren Menschen auf den Perrons anzutreffen. Auch bei den Linienbussen war fast nichts los. Die meisten Busse fuhren mit wenigen oder gar keinen Fahrgästen. «Es hat extrem wenig Leute. Die meisten Fahrgäste sind zudem ältere Personen, die eigentlich zu Hause bleiben sollten», sagte ein Chauffeur. Er fuhr ohne einen einzigen Fahrgast los.

Aussenterrassen gut besucht

Am Nachmittag war die Wiler Einkaufsstrasse belebter. Gut besuchten waren die Restaurants mit Aussenterrasse. Pech hatten die Lenker von überdimensionierten Dieselkarossen: Es hatte kein Publikum zum Imponieren – das war peinlich.