Täter ist immer noch flüchtig

WILEN. Die Polizei sucht weiterhin nach jenem Mann, der am Sonntag einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Tankstellenshop in Wilen verübt hat. «Es haben sich bislang keine neuen Erkenntnisse ergeben», sagt Mediensprecher Daniel Metzler. Die Überfälle in der Region häufen sich.

Hans Suter
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Tatort Avia-Tankstelle in Wilen: Ein Mann bedrohte am Sonntag eine Angestellte, forderte die Herausgabe von Bargeld und flüchtete unerkannt. (Bild: Hans Suter)

Tatort Avia-Tankstelle in Wilen: Ein Mann bedrohte am Sonntag eine Angestellte, forderte die Herausgabe von Bargeld und flüchtete unerkannt. (Bild: Hans Suter)

Es ist Sonntag, 11.15 Uhr. Die Sonne scheint hochsommerlich. Kräftiger Wind kündet instabiles Wetter an. Plötzlich wird die sonntägliche Ruhe durch lautes Sirenengeheul unterbrochen. Dann ertönt ein weiteres Martinshorn, kurz darauf hallen erneut dieselben Töne von neuem durch das Dorf.

Niemand verletzt

Wie sich später herausstellte, waren es Einsatzfahrzeuge der Polizei. Grund für den Einsatz war ein Verbrechen. Ein bewaffneter Mann hatte die Avia-Tankstelle in Wilen überfallen. Nach Angaben der Kantonspolizei Thurgau betrat der Täter um 11.10 Uhr den Tankstellenshop an der Weidstrasse im beschaulichen Südthurgauer Dorf Wilen. «Er bedrohte eine Angestellte mit einer Langwaffe und forderte die Herausgabe von Bargeld», schildert die Polizei den Vorfall. Weitere Personen waren zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend. Mit einer Beute in noch unbekannter Höhe verliess der Täter das Gebäude wieder und flüchtete in unbekannter Richtung. Beim Überfall wurde niemand verletzt.

Fahndung geht weiter

Die Kassierin schlug sogleich Alarm, indem sie die Kantonale Notrufzentrale anrief. Kaum fünf Minuten später traf die erste Patrouille der Thurgauer Kantonspolizei am Tatort ein. Die sofort eingeleitete Fahndung, an der etwa 20 Einsatzkräfte beteiligt waren, ist ergebnislos verlaufen. Auch einen Tag später tappt die Polizei noch im dunkeln. «Es gibt zurzeit keine neuen Erkenntnisse», sagt Daniel Metzler, Mediensprecher der Thurgauer Kantonspolizei. «Wir haben noch keine konkreten Hinweise.» Der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Thurgau habe die Spuren am Tatort gesichert. Die Auswertung von Spuren wie Schuhprofil, Fingerabdrücke oder DNA liegt noch nicht vor. Dasselbe gilt für die Videoaufnahmen. Es werde derzeit Videomaterial aus dem Laden, von der Tankstelle und von Videokameras in der Umgebung ausgewertet, um möglich Rückschlüsse auf den flüchtigen Täter ziehen zu können.

Noch vieles unklar

Nach Polizeiangaben wurde die Angestellte im Tankstellenshop mit einer Langwaffe bedroht und zur Herausgabe von Bargeld gezwungen. Um was für eine Waffe es sich dabei gehandelt hat, ist laut Daniel Metzler noch unklar und bedürfe weiterer Abklärungen. Es könne ein Gewehr, eine Schrotflinte oder etwas Ähnliches gewesen sein. Aufschluss bringen möglicherweise die Videoaufnahmen aus dem Shop. Erstaunlicherweise ist auch nach wie vor unklar, wie viel Bargeld der Täter erbeutet hat. Polizeisprecher Daniel Metzler konnte dazu keine weiteren Angaben machen.

Unternehmen schweigt

Beim betroffenen Unternehmer, der Osterwalder St. Gallen AG, will man zum Vorfall keine Stellung nehmen. Das sei so Firmenpolitik, sagt Regionalleiterin Angela Keller. Sie versichert jedoch, die überfallene Mitarbeiterin werde betreut. Es sei seit langer Zeit der erste Überfall, mit dem sie konfrontiert werde.

In der Region Wil ist es in der jüngeren Vergangenheit wiederholt zu Überfällen auf Tankstellenshops gekommen. Vor wenigen Monaten wurde die BP-Tankstelle Wilerwald in Wil überfallen. Der Shop der Autowelt von Rotz im Stadtteil Bild wurde gar schon mehrfach überfallen. Die Täter konnten nach kurzer Zeit verhaftet werden. Unlängst wurden zwei Jugendliche zu bedingten Haftstrafen von 18 bzw. 23 Monaten verurteilt.

Polizei sucht Zeugen

Der Täter von Wilen wird als 180 Zentimeter grosser Mann beschrieben. Er trug eine graue Hose, eine schwarze Jacke, helle Handschuhe und war mit einer grauen Sturmhaube vermummt. Er sprach Schweizer Mundart mit leichtem ausländischem Akzent. Wer Angaben zur Täterschaft machen kann, wird gebeten, sich bei der Kapo Thurgau unter 052 728 22 22 zu melden.