Tabuthema Alzheimer aufweichen

Gestern machte das Alzheimer-Mobil in Sirnach halt. Betroffene, Angehörige und Interessierte konnten sich während des ganzen Tages über die Krankheit und den Umgang damit informieren.

Simon Dudle
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SIRNACH. Immer mehr Menschen erkranken an Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz. Allein im Kanton Thurgau sind es schon mehr als 4000, über 12 000 Angehörige sind unmittelbar mit dieser Krankheit und ihren Folgen im Alltag betroffen. Nach wie vor trauen sich aber viele nicht darüber zu sprechen und sich Hilfe zu holen. Mit einer Informations-Kampagne will die Thurgauer Sektion der Schweizer Alzheimervereinigung möglichst viele Fragen beantworten und Anlaufstellen vermitteln. Deshalb gastiert das Alzheimer-Mobil derzeit täglich an einem anderen Ort im Kanton Thurgau. Gestern stand es vor dem Gemeindehaus in Sirnach.

«Zahlreiche positive Gespräche»

Projektleiter ist Toni Loser, der während 30 Jahren als Heimleiter Erfahrungen mit dieser Thematik gesammelt hat. Er sagt: «Man kann zwar möglichst lange einen Bogen um die Demenz machen, irgendwann kommt man aber in Kontakt damit. Darum ist es uns wichtig, dass wir möglichst viele Informationen geben können.» Eine ähnliche Meinung vertritt Rolf Leu, der in der Familie direkt mit der Thematik betroffen ist. «Je früher man sich mit dem Thema Alzheimer befasst, desto besser ist es. Es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken.» Als Gast konnte gestern auch Erich Kuster, Leiter des Sirnacher Pflegeheims Rüti, gewonnen werden. Auch wenn wegen des regnerischen Wetters nicht allzu viele Leute vorbei kamen, erlebte er «zahlreiche positive Gespräche».

Nochmal im Hinterthurgau

Noch bis am 1. Oktober tourt das Alzheimer-Mobil durch den Kanton und wird an der Wega zugegen sein. Schon zuvor, nämlich am nächsten Mittwoch, kann man sich beim Gemeindezentrum in Aadorf zum Thema Alzheimer informieren. Jeweils zwei bis drei ehrenamtlich arbeitende Personen der Alzheimervereinigung sind vor Ort.