SVP will zweiten Sitz erobern

Die Gemeinderatswahlen in Jonschwil sind umstritten. Die SVP möchte auf Kosten der CVP einen zweiten Sitz erringen. Die beiden Neukandidierenden gaben Auskunft über ihre Motivation.

Philipp Stutz
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Klaus Broger und Bruno Scheiwiller kandidieren für den Gemeinderat, Lea Hugi-Zappa und Alessandro Musso für den Schulrat. Bild: Philipp Stutz

Klaus Broger und Bruno Scheiwiller kandidieren für den Gemeinderat, Lea Hugi-Zappa und Alessandro Musso für den Schulrat. Bild: Philipp Stutz

Die SVP stützt ihren Sitzanspruch auf den Wähleranteil von 38,1 Prozent, den sie bei den Kantonsratswahlen errungen hat. Marcel Muriset (CVP) hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. Doch die CVP ist nicht bereit, dieses Mandat preiszugeben. Deshalb kommt es am 25. September zu Kampfwahlen. An einer Podiumsdiskussion, die von den Ortsparteien organisiert wurde, nahmen die beiden neuen Gemeinderatskandidaten Klaus Broger (CVP) und Bruno Scheiwiller (SVP) Stellung zu verschiedenen Fragen. Peter Haag, Präsident der SVP, war Moderator. Er zeigte sich um faire Gesprächsführung bemüht.

Klaus Broger (CVP) gehörte von 2001 bis 2008 dem Jonschwiler Schulrat an. Nun ist der beruflich als Projektleiter Tätige motiviert, im Gemeinderat mitzuwirken. Dies möchte auch Bruno Scheiwiller, Schichtführer (SVP), zurzeit Mitglied des Schulrates. Beide bekunden Interesse am freiwerdenden Ressort Bau und Verkehr. Scheiwiller, weil er Interesse an Baufragen hat und nach Möglichkeit das einheimische Gewerbe bei Auftragsvergaben berücksichtigen möchte. Broger, weil ihn dieses Ressort interessiert. «Hier könnte ich mein Fachwissen und die Erfahrung aus Bau und Gewerbe einbringen.» Ausserdem ist Broger Mitglied des Gewerbevereins und kennt laut eigener Aussage dessen Probleme und Anliegen.

Wünschbares vom Machbaren trennen

«Soll den Anliegen der älteren Bevölkerung mehr Platz eingeräumt werden?», fragte Peter Haag. In Jonschwil bestehe bereits eine Interessengemeinschaft aktives Alter, sagte Klaus Broger. Die Gemeinde müsse bei Anliegen der Senioren Hand bieten. In Schwarzenbach sei noch ein Manko an geeigneten Lokalitäten feststellbar, die der älteren Generation zur Verfügung gestellt werden sollten. Und was kann die Gemeinde der Jugend anbieten? Hier gelte es Wünschbares vom Machbaren zu trennen, beantwortete Bruno Scheiwiller diese Frage. Vereine hielten ein grosses Angebot bereit.

«Die Attraktivität einer Gemeinde definiert sich nicht alleine durch den Steuerfuss», betonte Broger.

Steuerfuss nach unten verschieben

Wie die Finanzplanung zeige, sei es mittelfristig möglich, «den Steuerfuss nach unten zu verschieben», erklärte Bruno Scheiwiller. Durch Mitarbeit im Bauamt oder bei der Bekämpfung von Neophyten könnten Asylbewerber besser integriert werden, beantwortete Broger eine Frage aus dem Publikum.

Der Gemeinderat sei eine Kollegialbehörde, betonte Broger. «Mehrheitsentscheide mitzutragen, ist für mich selbstverständlich», gab Scheiwiller zu verstehen. Klaus Broger war als Schulrat noch parteilos, nun ist er der CVP beigetreten. Seine Eltern hätten schon dieser Partei angehört, beantwortete er eine entsprechende Frage. «Man darf auch mal parteipolitisch Farbe bekennen.»

Im Gemeinderat könne die Parteizugehörigkeit durchaus in den Hintergrund gestellt werden, sagte Scheiwiller, langjähriger Präsident der örtlichen SVP. Er habe bei seiner Tätigkeit im Schulrat bewiesen, dass er fähig sei, in einer Kollegialbehörde mitzuwirken.

Bruno Scheiwiller hat in der Vergangenheit erfolglos für den Gemeinde- und Kantonsrat kandidiert. Als Parteipräsident sei es Usanz gewesen, für das Kantonsparlament zu kandidieren, beantwortete er eine Frage des Moderators. Auch bei einer Nichtwahl werde er sich weiter für Politik interessieren. Doch nochmals ein Amt anzustreben, sei für ihn eher unwahrscheinlich.

Auch Klaus Broger gab zu verstehen, dass bei einer allfälligen Nichtwahl seine Motivation nicht gross sei, nochmals anzutreten.

Bild: Philipp Stutz

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