SVP will von sieben auf neun

Bei den Kantonsratswahlen im Jahr 2012 hat die SVP im Bezirk Münchwilen zwei Sitze verloren und politisiert seither noch mit sieben Vertretern. Diese beiden Mandate sollen am 10. April 2016 zurückgeholt werden – mit einer vollen Liste.

Simon Dudle
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Die SVP des Bezirks Münchwilen tritt mit einer vollen Liste an. (Bild: pd)

Die SVP des Bezirks Münchwilen tritt mit einer vollen Liste an. (Bild: pd)

MÜNCHWILEN. David Zimmermann, Vizepräsident der SVP Bezirk Münchwilen, sagt es unmissverständlich: «Wir wollen zwei zusätzliche Sitze und den Wähleranteil von 30,7 Prozent im Jahr 2012 auf 35 Prozent steigern.» Dieses Vorhaben in die Realität umzusetzen, bezeichnet er als «sehr realistisch». Die Erfolge der Volkspartei auf nationaler Ebene sind ein Grund für seinen Optimismus, der Niedergang von kleineren Parteien ist ein anderer. «Für GLP, BDP und Grüne dürfte es schwierig werden», sagt Zimmermann.

Bisherige kandidieren erneut

Werden die zwei Sitze tatsächlich dazugewonnen, wären wieder neun Hinterthurgauer SVP-Mitglieder im Grossen Rat vertreten – gleich viele wie in der Legislatur 2008–2012. Vor vier Jahren mussten aber zwei bittere Pillen geschluckt werden. Einerseits waren auf nationaler Ebene Verluste zu beklagen, was sich auf die Region niederschlug. Anderseits wurde der Münchwiler SVP die Bezirksreorganisation zum Verhängnis. «Mit Schönholzerswilen und Affeltrangen haben wir zwei wählerstarke Regionen an Weinfelden verloren», sagt Zimmermann. Die durch die Neuorganisation bedingten Abgänge der Kantonsräte Christoph Keller und Hanspeter Gantenbein konnten nicht kompensiert werden.

Alle sieben bisherigen Hinterthurgauer SVP-Grossräte treten am 10. April 2016 wieder an: Es sind dies Willy Nägeli, Kurt Baumann, Clemens Albrecht, Vico Zahnd, David Zimmermann, Rudolf Bartel und Urs Schrepfer. 15 weitere Kandidaten (siehe Infokasten) ergeben eine volle 22er-Liste. Zwei Kronfavoriten habe es nicht darunter, sagt Zimmermann. Die Reihenfolge auf der Liste ergibt sich durch Gewählte und Nichtgewählte nach Stimmenanzahl bei den Wahlen 2012. Die neuen sind alphabetisch geordnet, Frauen zuerst. «Es wäre im Interesse der Politik, wenn es gelingen würde, mehr Frauen im Kantonsrat zu haben», sagt Zimmermann.

Für den Wahlkampf steht seitens der Bezirkspartei ein Budget von 15 800 Franken zur Verfügung. «Das genügt gerade mal für ein Zeitungsinserat pro Person», sagt der Vizepräsident – und deutet damit an, dass die Kandidaten auch in die eigene Tasche greifen müssen.

Listenverbindung angestrebt

An der Nominationsversammlung der Bezirks-SVP am Mittwochabend wurde publik, dass eine Listenverbindung mit der FDP angestrebt wird. Gespräche gab es noch keine, die SVP liess sich aber von ihren Mitgliedern die Kompetenz geben, diese zu führen. Schon vor vier Jahren war von der Volkspartei eine solche Listenverbindung angestrebt worden, kam dann allerdings seitens der FDP nicht zustande, wie Zimmermann sagt. Gibt es wieder ein nein, wird der Kontakt mit der CVP und der EDU gesucht. Eine Listenverbindung alleine mit der CVP komme aber nicht in Frage.