SVP übernimmt Drohkulisse des FC

«Parteien sind skeptisch», Ausgabe vom 1. Oktober

Jürg Hotz, Wil
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«Parteien sind skeptisch», Ausgabe vom 1. Oktober

Die SVP Fraktion der Stadt Wil übernimmt in seiner Argumentation die Drohkulisse des türkischen Besitzers des FC Wil. Werde der Ausbau des Stadions Bergholz nicht bewilligt, baue man ein eigenes Stadion. Zudem würden die Mieteinnahmen entfallen. Der Bau des heutigen IGP Stadions (ohne Investitionshilfe an den FC Wil) kostete den Steuerzahler 10,9 Millionen Franken, was einer jährlichen Belastung der Stadtkasse von mehr als 300 000 Franken für die nächsten 35 Jahre entspricht. Und diese Kosten bleiben, auch wenn das Stadion ausgebaut werden sollte. Die Mieteinnahmen durch den FC Wil betragen gerade mal 27 500 Franken (Challenge League) und 55 000 Franken (falls Super League). Ein negatives Umfeld durch den Ausbau des Stadions wird zudem dazu führen, dass gute Steuerzahler aus der Stadt abwandern und Hausbesitzer die Stadt bezüglich Wertminderung der Liegenschaften in Millionenhöhe verklagen werden. Der Ausbau des Stadions wird somit zum Verlustgeschäft für Stadt und Steuerzahler. Der Bau eines eigenen Stadions wie auch die eigene Trainingsanlage mit Hotel wird aufgrund der türkischen Mehrheitsbeteiligung des FC Wil kaum umzusetzen sein. Denn der Grundstückerwerb durch ausländisch beherrschte Gesellschaften ist gesetzlich streng reglementiert. Sollte der Stadtrat eine Abstimmung durchführen, dann bitte mit allen Fakten und Kostenfolgen. Und die SVP-Fraktion im Stadtparlament muss wohl die Frage beantworten, weshalb zur Unterstützung eines türkischen Investors Steuergelder fliessen sollen für Kosten, welche zusätzlich zum möglichen Stadionausbau anfallen.