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SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi will ein Alkoholverbot am Bahnhof Wil

In einer Anfrage fordert Erwin Böhi den Stadtrat dazu auf, am Bahnhof ein Alkoholverbot zu erlassen. Zudem hofft er darauf, dass auch die SBB mitziehen.
Gianni Amstutz
Am Bahnhof Wil wird auch untertags viel getrunken. (Bild: Simon Dudle)

Am Bahnhof Wil wird auch untertags viel getrunken. (Bild: Simon Dudle)

Pöbelnde Personen, Fäkalien und Erbrochenes, manchmal sogar Schlägereien: Das ist das Bild, das SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi in seiner Anfrage an den Stadtrat vom Bahnhof Wil zeichnet. Dieses gründet auf Gesprächen mit Mitarbeiter des SBB-Reinigungsdienstes, die nach eigenen Aussagen «immer wieder überrascht sind über den Grad der Verschmutzung. Jetzt hat Böhi die Nase voll und will gegen das Herumlungern am Bahnhof vorgehen.

Die Ursache des Problems sieht er vor allem in übermässigem Alkoholkonsum. Böhi sagt:

«Auf den Sitzbänken bei den Bushaltestellen treffen sich Personen und betrinken sich»

Sie besetzten nicht nur die für die Buspassagiere vorgesehenen Sitzgelegenheiten, sondern würden mit ihrem oft lärmigen Verhalten dazu beitragen, bei den Besuchern der Stadt den negativen Ruf Wils im Bereich der öffentlichen Ordnung zu festigen. Die Lösung für das Problem sieht er in einem Alkoholverbot beim Bahnhof.

Rechtliche Handhabe 
wäre gegeben

SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi. (Bild: PD)

SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi. (Bild: PD)

Die heutige Situation beim Bahnhof sei untragbar und der Stadtrat müsse nun endlich handeln. Doch hat der Stadtrat überhaupt eine rechtliche Handhabe, beim Bahnhofareal ein Verbot durchzusetzen? Gemäss Böhi hat er das. Der Stadtrat könne einen entsprechenden Artikel im Polizeireglement hinzufügen. Dieser müsste dann jedoch als Nachtrag zum derzeitigen Reglement dem Stadtparlament vorgelegt werden. «Die Szenenbildung am Bahnhof trägt dazu bei, dass sich viele Personen, insbesondere Frauen, abends unsicher fühlen», sagt er. Das müsse sich ändern.

Böhi hofft, dass die Stadt mit den SBB eine gemeinsame Lösung finden wird. Denn die Stadt kann zwar auf dem Bahnhofplatz den Alkoholkonsum verbieten, nicht jedoch auf dem Areal der SBB, also den Perrons. «Ein Verbot, das nur auf einem Teil des Bahnhofs gilt, wäre wohl nicht sehr effektiv», gesteht der SVP-Politiker.

Er ist sich auch bewusst, dass sich das Problem mit einem Verbot nicht lösen, sondern nur verschieben würde. Trotzdem findet er es wichtig. «Der Bahnhofsplatz ist nicht irgendein Ort, sondern die Visitenkarte unserer Stadt.» Deshalb sei der Handlungsbedarf ausgewiesen.

Bei den SBB kennt man 
das Problem

Das Problem ist nicht neu und auch den SBB bekannt. Diese hat Wil 2018 als eine von drei Schweizer Städten ausgewählt, in denen das Sicherheitsempfinden mittels verschiedener Massnahmen erhöht werden soll.

Dass gerade Wil dafür ausgewählt wurde, hat damit zu tun, dass – vor allem in der subjektiven Wahrnehmung – der Bahnhof einen schlechten Ruf geniesst. Von 100 möglichen Punkten erreichte der Bahnhof beim Punkt «Sicherheitsempfinden» nur gerade 84,3 bzw. 48,3 Punkte. Der erste Wert galt für den Tag, der zweite für die Nacht. Beides sind im nationalen Vergleich äusserst dürftige Werte.

Trotzdem: Objektiv betrachtet gibt es in Wil kein Sicherheitsproblem. Die Anzahl aktenkundiger Delikte ist nicht höher als andernorts. Aber auch die Studie der SBB schlug als eine mögliche Massnahme vor, die Szenenbildung am Bahnhof zu verhindern. Dazu brauche es alternative Plätze. Um deren Akzeptanz zu stärken, sei es ratsam die betroffenen Personen einzubeziehen, hielten die SBB in ihrem Bericht fest.

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