SVP gründet weitere Ortspartei

Mit der Gründung der Sektion Niederbüren ist die SVP nun in allen Gemeinden des Wahlkreises Wil präsent. Die jüngste Ortspartei im Kanton befindet sich im Aufbau und wird vorerst von einem Vorstand ad interim geleitet.

Philipp Stutz
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Das «jüngste Kind» der SVP aus der Taufe gehoben: von links Max Knöpfli, der interimistische Präsident Bruno Dudli, Toni Brunner, Präsident der SVP Schweiz, und Marcel Hegelbach, Präsident der Kreispartei Wil. (Bild: stu.)

Das «jüngste Kind» der SVP aus der Taufe gehoben: von links Max Knöpfli, der interimistische Präsident Bruno Dudli, Toni Brunner, Präsident der SVP Schweiz, und Marcel Hegelbach, Präsident der Kreispartei Wil. (Bild: stu.)

niederbüren. In der Alten Herberge in Niederbüren herrschte am Freitag Aufbruchstimmung. Politprominenz der SVP war in grosser Zahl zugegen, galt es doch, eine weitere Ortspartei aus der Taufe zu heben. Bruno Dudli, Ortsparteipräsident aus Oberbüren, welcher der Nachbarsektion Niederbüren interimistisch vorstehen wird, zog einen Vergleich zum Sport: «Wie beim Seilziehen müssen alle am gleichen Strick ziehen, um erfolgreich zu sein.»

Vorstand noch nicht besetzt

Die jüngste SVP-Ortspartei verfügt zwar schon über einige Mitglieder, doch ist der Vorstand noch unbesetzt. Deshalb wird die Sektion vorerst «von aussen» geleitet. Bruno Dudli und Max Knöpfli aus Oberbüren und Marcel Hegelbach, Präsident der Kreispartei Wil, nehmen die Leitung vorübergehend wahr und wollen «das nötige Know-how transferieren». «Wir sind optimistisch, dass der Vorstand bis in spätestens zwei Jahren mit eigenen Leuten besetzt sein wird», sagte Dudli.

Die SVP wolle sich für eine sachliche, klare, volksverbundene Politik und für einen schlanken Staat einsetzen. Dass die Minarett-initiative in Niederbüren mit einem Ja-Stimmen-Anteil von über 80 Prozent angenommen worden ist, zeugt laut Dudli von Potenzial, auf das die SVP hier zurückgreifen könne.

Der letzte Fleck

«Mit der Gründung der SVP Niederbüren können wir nun den letzten Fleck im Wahlkreis Wil abdecken», freute sich Marcel Hegelbach. Es sei ein langer Weg gewesen.

«Und wir haben versucht, den richtigen Zeitpunkt zu wählen.» Die SVP wolle vor Ort politisieren, Verantwortung mittragen und zu einer guten politischen Kultur beitragen. Die Altersstruktur der Partei sei ideal durchmischt. Nationalrat Theophil Pfister ergänzte, es sei Aufgabe der Politik, auch heikle Fragen zu erörtern. Der Ortspartei komme eine wichtige Funktion zu. «Ortsparteien bilden den Kern des politischen Wirkens», fügte Kantonalpräsident Toni Thoma hinzu.

Konkordanz nicht gewährleistet

«Die SVP vertritt andere Positionen als die übrigen Parteien», betonte Toni Brunner, Präsident der SVP Schweiz, in seiner Ansprache. Sie habe sich klar positioniert und einen selbständigen Weg beschritten. «Wir möchten, dass die Schweiz auch in Zukunft über ihr Schicksal selbst bestimmen kann.» Indem sie das Konkordanzsystem ernst nehme, wolle die SVP die direkte Demokratie stärken.

«Alle massgebenden politischen Kräfte müssen in die politische Verantwortung eingebunden werden, sonst kommen wir nicht vorwärts.» Doch zurzeit sei die Konkordanz in der Landesregierung nicht mehr gewährleistet, weil die SVP mit nur einem Sitz untervertreten sei. «Doch wir lassen nicht locker, bis wir den uns zustehenden Sitz wieder zurückerobert haben», meinte Brunner.

Er erinnerte an Werte wie die Souveränität des Landes, an heisse Eisen wie die Asylpolitik und die bevorstehende Ausschaffungsinitiative seiner Partei sowie die Volkswahl des Bundesrates.

Zu eigener Meinung stehen

Brunner erwähnte auch wichtige Aufgaben des Kantons wie Sicherheit, Bildung und Gesundheit. Doch leider mache sich bis weit in die Mitte-Parteien hinein zunehmend eine Anspruchshaltung gegenüber dem Kanton breit, die sich beispielsweise in wenig dringlichen Zukunftsprojekten dokumentiere.

Dem einstigen Slogan der FDP, «mehr Freiheit, weniger Staat», lebe heute einzig die SVP nach. Daneben gebe es «eine weitere Pandemie» zu bekämpfen. Trauten sich doch immer weniger Leute, zu ihrer eigenen Meinung zu stehen. Und deshalb sei dieser Anlass in Niederbüren so wichtig. «Partei gründen heisst Partei ergreifen und zu seiner Meinung stehen», schloss Toni Brunner.