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Sturm auf den Gipfel der Geschmacklosigkeit

Oh mein Gott. Da steht einer vor mir und trägt ein Donald-Duck-Pyjama: das darf doch nicht wahr sein. Samstagabend, Partytime, im Ausgang einen kühlen Drink geniessen, nette Leute treffen und dieser Typ da trägt ein Donald-Duck-Pyjama.
Christoph Heer
Bild: Picasa

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Oh mein Gott. Da steht einer vor mir und trägt ein Donald-Duck-Pyjama: das darf doch nicht wahr sein. Samstagabend, Partytime, im Ausgang einen kühlen Drink geniessen, nette Leute treffen und dieser Typ da trägt ein Donald-Duck-Pyjama. Schräg, aber trotzdem passt er genau mitten rein, in die seit Wochen ausverkaufte Bad Taste Party im Wiler «Gare de Lion». Denn so geschmacklos gekleidet wie er, präsentieren sich auch die anderen 450 Besucher, die ungeniert mit ihren Allerwertesten in die Kamera wackeln, mit Konfetti um sich werfen und tanzen, als würde es kein Morgen geben.

Viele, oder die meisten von ihnen sind überzeugt, dass der Bad Taste Event zu den besten Parties in der Stadt Wil gehört – und dies seit Jahren. Aber diese Musik; diese Mucke geht doch gar nicht, oder? Das sind ja alles Lieder die man nicht hören will, zumindest nicht freiwillig und nüchtern. Trotzdem sorgen genau diese Songs für Gänsehautstimmung im Tanztempel. Auf der Suche nach dem ultimativen Minussong, dem Lied, bei dem es im Bauch anfängt zu rumoren, schnitt – wen wundert's – «Barbie Girl» am schlechtesten oder eben am besten ab. Zumindest war es in dieser Samstagnacht das meistgenannte Lied zum Abschalten. Für Manuela aus Wil ist es hingegen «Saturday Night» von Whigfield, für Pascal aus Guntershausen «Wannabe» von den Spice Girls und für Mike aus Wil «Cotton Eye Joe» von Rednex. Laura aus Märwil findet den «Stern» von DJ Ötzi kaum zum Aushalten und Silvan aus Kirchberg den «Maschendrahtzaun» von Stefan Raab.

Für den «unbrauchbaren», dafür raumfüllenden Sound sorgten einmal mehr die «Stars» hinter dem DJ Pult. DJ Ungefährrari zum Beispiel, DJ Kate Moscht oder DJ Justin Otter (wohl ein entfernter Verwandter von Justin Bieber), steigerten sich in einen derartigen Rausch, dass das musikalische Niveau Musikstück für Musikstück stetig sank; die Stimmung jedoch immer überschwenglicher wurde. Eine Nacht der Nächte mit viel modischer und musikalischer Geschmacklosigkeit nahm so einmal mehr erst spät nachts ihr Ende. Ob Sandro aus Wil seine Lieblingsband schliesslich noch zu hören bekam, weiss man nicht genau; aber Tokio Hotel, die Jugend- (oder Girlie-) Kultband der 90er, dürfte eigentlich nicht fehlen, an einer Bad Taste Party.

Bild: Picasa

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Ob so viel Geschmacklosigkeit noch getoppt werden kann? Ganz bestimmt: an der nächsten legendären Bad Taste Party im «Gare de Lion». (Bilder: Christoph Heer)

Ob so viel Geschmacklosigkeit noch getoppt werden kann? Ganz bestimmt: an der nächsten legendären Bad Taste Party im «Gare de Lion». (Bilder: Christoph Heer)

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