Stromsparmodus rettete den Neujahrswechsel in Flawil

Erstaunlich viele junge Leute schritten gemeinsam mit der älteren Generation an der Silvesterparty ins neue Jahr. In der heissen Schlussphase konnte ein Unglück gerade noch abgewendet werden.

David Metzger
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Viele junge Leute liessen es sich nicht nehmen, auf der Bahnhofstrasse auf das neue Jahr anzustossen. (Bild: David Metzger)

Viele junge Leute liessen es sich nicht nehmen, auf der Bahnhofstrasse auf das neue Jahr anzustossen. (Bild: David Metzger)

Anpassungsfähig, ja, das sind sie, die Flawilerinnen und Flawiler. Unlängst haben sie dies beim Fahrplanwechsel Anfang Dezember mit veränderten Zugverbindungen in Richtung Zürich und St. Gallen bewiesen. Und auch an der Silvesterparty am Montagabend auf der zum Partykorridor umfunktionierten Bahnhofstrasse zeigten sie einmal mehr, wie wandlungsfähig sie sind.

Zum Ausdruck kam dies beim eingeläuteten Countdown zur Jahreswende. Noch im letzten Jahr liess der Verkehrsverein Flawil die letzten Sekunden via Mikrofon rückwärts auf null skandieren, wobei damals zum Beispiel die Zahl acht vergessen ging und der Countdown auch sonst mehr bockte, als dies den Machern lieb war.

Statusmeldung «Batterie fast leer»

Entsprechend anpassungsfähig und verbessert wollten sich die Veranstalter in diesem Jahr zeigen. Mittels aufwendiger Beamer-Konstruktion und kompatibler iPhone-Verbindung wurde über eine App ein dynamischer Neujahrs-Countdown an die Fassade des Gemeindehauses projiziert. Dies gelang. Wenn auch unter gütiger Mithilfe des Stromsparmodus: Denn nur Minuten bevor man die heisse Schlussphase einzuläuten begann, zeigte das iPhone plötzlich die Statusmeldung «Batterie fast leer» an – was durch die Projektion für jedermann ersichtlich war. Ein kurzer Griff zum Stromsparmodus verhalf dem Verkehrsverein dann aber, den Countdown ohne weitere Zwischenfälle auszulösen. Die «Chratzbörste» wäre ihnen sonst sicher gewesen.

So aber blickten die Augenpaare der erschienenen Besucher in den letzten Minuten gebannt auf den Countdown, wobei die letzten Sekunden gar akribisch und lauthals heruntergezählt wurden. Dann lag man sich in den Armen und beglückwünschte sich mit einem Cüpli oder einem Glühwein zum neuen Lebensabschnitt.

Viele junge Gäste mit von der Partie

Natürlich, bei milden Bedingungen um die Nullgradgrenze hätte die Bahnhofstrasse noch besser gefüllt sein können. Vereinzelt waren in den Menschentrauben kleinere Freiräume zu erkennen. Dennoch zeigten sich der Verkehrsverein Flawil und das Café Keller, die Hauptinitianten des Anlasses, mit dem Auflauf zufrieden. Insbesondere die grosse Schar an jungen Besuchern erfreute. Nachgefragt für den Grund des Besuchs stiess man wiederholt auf die gleichen Antworten. Stellvertretend für die ganze Generation meinte eine junge Besucherin: «Mit solchen Anlässen verkörpert Flawil doch, dass auch ein Dorf mit 10000 Einwohnern lebt», und fügte an, dass es genau deshalb wichtig sei, den wenigen Partys, die im Dorf noch existieren, beizuwohnen.
Keine Freude am regen Treiben schien der wunderschön beleuchtete Christbaum vor dem Gemeindehaus gehabt zu haben. Just um Mitternacht wurde ihm – wohl mit Zeitschaltuhr betrieben – der Stecker gezogen. Dies tat der Party aber keinen Abbruch: Auch ohne zusätzliche Weihnachtsbeleuchtung schritt Flawil belebt ins neue Jahr.