Stricken, bis der Schal für fünf reicht

Mit der Formation Sing Tonic eröffnete der Kulturtreff Bräägg sein Sommerprogramm. Es ist das zwanzigste und enthält deshalb einen Anlass mehr als sonst. Auch eine Programmänderung gibt es bereits: Statt Heiri Müller treten im Juni Musique Simili auf.

Michael Hug
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Gesungene Slapsticks: Sing Tonic unterhielt am Freitag das Publikum im vollen Saal der «Traube». (Bild: Michael Hug)

Gesungene Slapsticks: Sing Tonic unterhielt am Freitag das Publikum im vollen Saal der «Traube». (Bild: Michael Hug)

BAZENHEID. Das dicke Ende kommt zum Schluss. Heisst's in einem Sinnspruch. Im Bazenheider «Bräägg» kam am Freitagabend gegen 22 Uhr kein dickes, sondern ein langes Ende zum Schluss. Es war ein langer Schal, den sich die fünf Protagonisten auf der Bühne zum letzten Lied um den Hals wanden. Ein Schal aus oranger Wolle, an dem Pianistin Véronique Piller in den Pausen zwischen den Liedervorträgen gestrickt hatte. Nicht an diesem Abend – da wäre der Schal nicht so lang geworden. Es sei denn, die Pausen wären länger gewesen als die Lieder.

Kurze Scherzchen

Doch das waren sie nicht. Von Pausen zu sprechen, ist ohnehin nicht ganz opportun. Es waren keine Unterbrüche, bei denen alles stillstand. Vielmehr nutzten die vier A-cappella-Sänger Phillippe Meyer, Hans Frauchiger, Matthias Müller und Thierry Dagon die Übergänge, um kleine Sketche aufzuführen, kurze Scherzchen zu machen oder eine Erläuterung abzugeben. Dann hatte die Dame am Piano nichts zu tun, also strickte sie orange Wolle. Die Farbe Orange kontrastierte wunderbar mit dem Schwarz der Anzüge und setzte der ganzen Darbietung nicht nur eine farbige Note auf, sondern auch eine exklusive. Eine besondere, eine leicht schräge.

Schräg war auch das Programm. Die vier Männer sind begnadete Kammersänger, und die Dame am Klavier ist eine einfühlsame Begleiterin. Doch statt steifer Salonmusik bot das Quintett eine unterhaltsame, völlig unsteife Show. Einen Drink mit Tonic eben, darum auch der Name Sing Tonic. «Vocal Comedy» nennen sie ihr Programm, man könnte auch gesungene Slapsticks dazu sagen. Be- und unbekannte Lieder aus dem Sammelsurium des Pop, des Chansons oder des Rock'n'Roll haben sie einstudiert. Dabei kommt auch die Stimme des Countertenors Thierry Dagon voll zum Tragen.

Zwanzigste Saison

Mit Sing Tonic hat der Kulturtreff Bräägg seine 20. Saison eingeläutet. Ein Anlass mehr als üblich – einen «halböffentlichen», weil nur Mitglieder und Sponsoren eingelassen werden – wurde eingeplant und eine Doppelveranstaltung. Ungeplant war, dass am 13. Juni nicht Heiri Müller mit Band kommt, sondern Musique Simili.

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