Strenger Festtag mit Happy End

Aus allen Himmelsrichtungen strömten die Landwirte mit ihren herausgeputzten und geschmückten Kühen zur Viehschau in Wolfertswil.

Christine Gregorin
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Auf dem Schauplatz sind die vierbeinigen Schönheiten kaum mehr zu bremsen. (Bilder: Christine Gregorin)

Auf dem Schauplatz sind die vierbeinigen Schönheiten kaum mehr zu bremsen. (Bilder: Christine Gregorin)

Vermeintlich frohlockend kündigen das vorlaute, helle Gebimmel der prachtvollen Glocken und die imposanten Töne der wuchtigen Treicheln das kurz bevorstehende Eintreffen der Kühe an. Gleich einem Sternmarsch, rücken aus allen Himmelsrichtungen mehr oder weniger ambitionierte Titelanwärterinnen an. Trotz kühler sieben Grad und durch Mark und Bein fahrender Bise säumen viele Zaungäste den Strassenrand. Vor allem für die jüngsten Bewunderer der vierbeinigen Schönheiten scheint dieser traditionelle Anlass ein absolutes Muss zu sein.

«Schauen, wo man steht», nennt Hans Zuberbühler senior den Sinn und Zweck der heimischen Viehschau. Sein Clan von der Flawiler Egg ist mit rund 20 Kühen an der Viehschau. Während des Gesprächs lässt er keinen Zweifel daran aufkommen, dass nach getanem Werk das Geniessen an der Reihe sein wird.

«Heute ist ein strenger Festtag», sagt Willi Knellwolf. Der Vergleich unter Viehzüchtern und das Urteil der Experten stehen für ihn im Vordergrund. Natürlich gehört auch für ihn der Austausch unter Gleichgesinnten und das gemütliche Miteinander ebenfalls zu einem Tag wie diesem. Ueli Meier, Präsident der organisierenden Viehzuchtgenossenschaft Degersheim-Flawil, hebt die gemeinsame Pflege einer langjährigen Tradition in Kombination mit gelebtem Brauchtum hervor. Sein Genossenschaftskollege und Mitverantwortlicher Reto Bodenmann bestätigt strahlend, dass der Stolz, eine selbst gezüchtete Kuh im Ring vorführen zu dürfen, den Puls schon erheblich höher schlagen lasse.

Im Zuge einer aktiven Nachwuchsförderung ist zum zweiten Mal der «Kalberwettbewerb» durchgeführt worden. Dabei stellen Kinder je ein Kalb im Ring vor. Die eh schon beeindruckende Auffuhr der Tiere wurde durch Marcel Jud getoppt: Ist er doch mit 67 Kühen von der Techenwies in Magdenau zur Viehschau in Wolfertswil gelaufen.

Nicht jede Kuh darf einen solchen prächtigen Kopfschmuck tragen.

Nicht jede Kuh darf einen solchen prächtigen Kopfschmuck tragen.