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Streitpunkt Augartenkrezung: Verkehrschaos führt zu Kontroversen

In der SVP-Fraktion des St. Galler Kantonsrats herrscht wenig Zuversicht, dass das Verkehrschaos bei der Kreuzung Augarten in Niederuzwil mit einer Lichtsignalanlage nachhaltig gelöst werden kann. Die Regierung hingegen sieht darin die Bestvariante – auch bezüglich der Kosten.
Hans Suter
Die Aufnahme zeigt im Vordergrund die Augartenkreuzung, eine der am meisten befahrenen Kreuzungen im Kanton St. Gallen. Die Industrie Haslen liegt nördlich der Autobahn auf der linken Seite. (Bild: Marc C. Häusler)

Die Aufnahme zeigt im Vordergrund die Augartenkreuzung, eine der am meisten befahrenen Kreuzungen im Kanton St. Gallen. Die Industrie Haslen liegt nördlich der Autobahn auf der linken Seite. (Bild: Marc C. Häusler)

«Die Augartenkreuzung in Niederuzwil ist eine der meistbefahrenen im Kanton. Täglich staut sich der Verkehr, immer öfters bis in die Autobahn hinein. Dies nicht nur zum Ärger der Verkehrsteil-nehmer, sondern auch zu Lasten der nötigen Sicherheit.» Das sagen die beiden SVP-Kantonsräte Damian Gahlinger (Niederhelfenschwil) und Bruno Dudli (Oberbüren). «Das kantonale Tiefbauamt möchte mit weiteren Lichtsignalanlagen und einer ‹teuren Pflästerlipolitik› die prekären Verkehrsverhältnisse verbessern.» Allen in der Praxis betroffenen Personen sei klar, dass dies nicht zielführend sein könne. Die Interpellanten Gahlinger und Dudli wünschen deshalb, dass die Verantwortlichen ihre Planung nochmals hinterfragen.
Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verschaffen, haben die beiden Kantonsräte im Juni zusammen mit elf Mitunterzeichnern aus der SVP-Fraktion eine Interpellation mit dem Titel «Verkehrschaos rund um Uzwil/Oberbüren lösen» eingereicht. «Es darf nicht sein, dass Millionen an Steuergeldern ausgegeben werden und keine Verbesserung in Sicht ist. Es darf nicht sein, dass noch mehr Schleichverkehr durch die Wohnquartiere entsteht», halten Damian Gahlinger und Bruno Dudli darin fest.

Bund, Kanton und Gemeinden betroffen

Hauptproblem rund um das Verkehrschaos ist in den Augen der Interpellanten die Augartenkreuzung in Niederuz-wil. Somit sei der Kanton gefordert, eine bestmögliche Verbesserung zu erzielen, schliesslich sei es eine Kantonsstrasse. Wohlwissend, dass an diesem Standort ein Kreisel mit «Bypass Unterführung» die beste Variante wäre, habe das zuständige Amt trotzdem die Baukosten dafür nicht gerechnet. «Es wurde all die Jahre etwas herumexperimentiert», kritisieren Gahlinger und Dudli. «Nun wird es Zeit, die Dinge richtig zu erledigen.» Weiter sei es auch eine Aufgabe des Kantons, unnötigen Mehrverkehr zu verhindern. Dies werde in der vorgeschlagenen, undurchdachten Variante des gesamten Strassenabschnittes unterlassen. «Bei einer ganzheitlichen Verbesserung und Lösung würden die Autobahnpolizei und der Autobahnwerkhof und die gesamte Industrie von deutlich kürzeren Auffahrten zur Nationalstrasse profitieren. Dies wäre ein grosser Gewinn für die Sicherheit und die Umwelt», sind die Interpellanten überzeugt und richteten zwei Fragen an die Regierung:
1. Warum wird bei der Augartenkreuzung die Variante Kreisel mit «Bypass Unterführung» nicht gerechnet?
2. Warum wird eine Verbesserung für die gesamte Haslenstrasse (Oberbüren) mit Industrie inklusive Polizei und Werkhof nicht angestrebt?

Regierung sieht in ihrem Vorschlag die Bestvariante

In ihrer Antwort zur ersten Frage schreibt die Regierung, die Vorstudie «Ausbau Knoten Augarten» sei unter Federführung des Tiefbauamtes in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Oberbüren und Uzwil sowie dem Bundesamt für Strassen (Astra) auf der Basis aktueller Normen der Forschung und Normierung im Strassen- und Verkehrswesen (VSS) erstellt worden. «In der Vorstudie erfolgte keine isolierte Betrachtung auf einzelne Abschnitte oder Knoten; es wurde eine Gesamtbetrachtung des gesamten Verkehrssystems vorgenommen», präzisiert die Regierung. Das massgebende Verkehrssystem umfasse die Achse Augarten (Kantonsstrasse Nr. 38), den nördlichen und südlichen Nationalstrassenanschluss Uzwil sowie den Knoten Sonnental mit dem Anschluss Industriegebiet Haslen (Kantonstrasse Nr. 54).
Die mit der Vorstudie vorgenommenen Planungsarbeiten zielen gemäss der Regierungsantwort auf eine integrale Verkehrslösung für das genannte Verkehrssystem mit allen betroffenen Verkehrsknoten. Mittels Verkehrsflusssimulation sei die Wirkung der Massnahmen verschiedener Varianten mit dem prognostizierten Verkehrsaufkommen evaluiert, bewertet und beurteilt worden. Sodann habe es gegolten, die aus verkehrs-, sicherheits- und umwelttechnischer sowie ökonomischer Sicht zweckmässigste Bestvariante für das Gesamte zu finden.
«Das vorgeschlagene Vorhaben zur Sanierung und Erweiterung der Augartenkreuzung an der Kantonsstrasse in Uzwil entspricht der von allen Beteiligten unterstützten Bestvariante», hält die Regierung fest. Das gesteuerte Verkehrssystem mit Lichtsignalanlagen führe zum leistungsfähigsten und sichersten Zustand unter Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmenden. Je nach Verkehrslast könne in Spitzenstunden eine gezielte Steuerung einzelner Achsen priorisiert erfolgen. Im Normalbetrieb werde eine sichere Abwicklung ohne unnötige Wartezeiten erreicht.
Im von den Interpellanten ins Spiel gebrachten «Kreisel mit Bypass Unterführung» sieht die Regierung im Vergleich zu seiner vorgeschlagenen Bestvariante wesentliche Nachteile. So verunmögliche die Kreisellösung eine verkehrsabhängige Steuerung und der angestrebte gezielte Verkehrsabfluss aus Uzwil in Stosszeiten wäre damit nicht realisierbar. Mit einem Kreisel sei auch die notwendige Priorisierung der Buslinien 728 (von Niederhelfenschwil) und 740 (von Bischofszell) zum Bahnhof Uzwil nicht umsetzbar, was die Anschlusssicherheit gefährde. Zudem führe die Kreisellösung in den Wohnquartieren zu zusätzlichem Schleichverkehr.
Die geschätzten Planungs- und Baukosten, für die als Bestvariante evaluierte Knotenlösung am Augarten mit Lichtsignalanlage, seien mit rund 2,6 Millionen Franken vergleichsweise gering. Die Kosten für die «Kreisellösung mit Bypass Unterführung» lägen voraussichtlich im zweistelligen Millionenbereich.

Abbiegebeziehung Haslen wird neu organisiert

Zur zweiten Frage schreibt die Regierung, die unbefriedigende Verkehrssituation entlang der Industriestrasse in Oberbüren werde derzeit mit dem Bauprojekt «Knoten Industrie Haslen» (Projekt Fust AG) für alle Verkehrsteilnehmenden verbessert. Insbesondere werde die Abbiegebeziehung zur Industrie Haslen neu organisiert, die verkehrliche Leistungsfähigkeit sichergestellt, die Verkehrssicherheit für den Fuss- und Veloverkehr mit einem Geh- und Radweg optimiert und die Bushaltestelle behindertengerecht ausgebaut.
Damian Gahlinger und Bruno Dudli werden sich im Kantonsrat, der das Erstinformationsrecht hat, zur Antwort der Regierung äussern können.

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