Streicher-Duo vor dem finanziellen Aus

Nachdem das Duo Calva schon da und dort in der Region zu sehen war, kamen die beiden Cellisten endlich auch mal nach Mogelsberg., ins «Rössli». «Zwei für Eins» könnte aber der letzte Auftritt gewesen sein – das Duo steht vor dem Aus.

Michael Hug
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Bei der – vermeintlich – letzten Vorstellung gibt das Comedy-Streicher-Duo Calva nochmals alles. (Bild: Michael Hug)

Bei der – vermeintlich – letzten Vorstellung gibt das Comedy-Streicher-Duo Calva nochmals alles. (Bild: Michael Hug)

Nachdem das Duo Calva schon da und dort in der Region zu sehen war, kamen die beiden Cellisten endlich auch mal nach Mogelsberg., ins «Rössli». «Zwei für Eins» könnte aber der letzte Auftritt gewesen sein – das Duo steht vor dem Aus.

Finanziell auf dem Zahnfleisch

Es gehe ihnen ziemlich dreckig, den beiden Musikern, sagte Elfie Wälly von «Kultur in Mogelsberg» bei ihrer Ansage im «Rössli»-Saal: «Aber sie haben versprochen, dass sie bei dieser Gelegenheit nochmals alles geben werden.» Schnell wurde dann klar, warum: Das Duo Calva, Daniel Schaerer und Alain Schudel, ist am Ende, finanziell völlig auf dem Zahnfleisch. Jede Gage werde sogleich von den Produktionskosten aufgefressen, Sponsoren seien abgesprungen, und zuletzt seien auch die Subventionen der Kulturinstitutionen ausgefallen. Es bliebe nun also nichts mehr übrig, als um ihr Überleben zu spielen. Ja eigentlich aber hätten sie bereits abgeschlossen, wenn nicht noch ein Wunder geschehe…

Kein Wunder geschieht

Das Wunder geschieht vorläufig nicht. Da helfen weder Bach noch Wagner noch Heimatlieder und gekonnte Komik – der Topf am Boden vor den beiden füllt sich einfach nicht. Der angekündigte Weltrekordversuch – Chopins Minutenwalzer in einer Minute zu spielen – misslingt, was nicht eben in der erhofften Weise zur Situation beiträgt.

Doch wer oder was ist eigentlich schuld am Niedergang der Live-Musik? Die Pop-Musik, Downloads, der sich wandelnde Geschmack der Gesellschaft, der immer mediokrere Züge annimmt. Da noch Wagners «Tristan» oder Chatschaturjans «Sabre Dance» unters Volk bringen zu wolle, ist völlig aussichtslos. Nach 18 Jahren gemeinsamer Erfolge, Applaus und voller Häuser beschliesst das Duo Calva aufzugeben, die Instrumente wegzupacken, Träume aufzugeben. Sollte man nun lachen ob der gut gespielten Story oder weinen über den vielleicht tatsächlichen Abgang, das war die grosse Frage im Publikum.

Das Wunder geschieht

«Ein Frack für zweitausend Franken zum Ersten!», ruft Schudel – niemand schlägt ein. Niemand will einen Notenständer, niemand ein Arrangement, nicht mal ein halbes. Schliesslich kommen halt doch auch die Celli auf die Gant: «Zwei für eins zu fünfhundertausend Franken!» Natürlich klappt auch dieser Plan nicht, es wird der «Final Countdown» (Europe) angezählt. Doch es geschieht noch das ersehnte Wunder, das Handy läutet. Diesmal aber nicht wegen Schudels Telefonsex-Nebenjob, sondern weil der Leiter des Hofburgorchesters aus Wien am Draht ist und zwei Solocellisten für die Zugaben sucht. «Zugaben, das können wir!», ruft Schaerer überglücklich, man spielt, den Anlass würdigend, Strauss' «Kaiserwalzer» und noch zwei Stücke – der Abend und die Zukunft des Duos sind gerettet!

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