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Strassenverengung steht, jetzt wollen die Oberstetter Tempo 30

Mit 50 km/h durch Oberstetten – das ist zu schnell. Dieser Meinung sind 33 Dorfbewohner. Mit ihrer Unterschrift setzen sie sich für die Einführung von Tempo 30. Die Petition wurde dem Gemeinderat eingereicht.
Andrea Häusler
Seit Herbst sind die Dorfeinfahrten von Oberstetten verengt. Die Tore sollen zur Einhaltung von Tempo 50 beitragen und die Aufmerksamkeit erhöhen. Jetzt steht Tempo 30 zur Diskussion. (Bild: Andrea Häusler)

Seit Herbst sind die Dorfeinfahrten von Oberstetten verengt. Die Tore sollen zur Einhaltung von Tempo 50 beitragen und die Aufmerksamkeit erhöhen. Jetzt steht Tempo 30 zur Diskussion. (Bild: Andrea Häusler)

In Oberstetten ticken die Uhren ein klein wenig anders. Inmitten eines Naherholungsgebiets mit Blick auf die Wiler Altstadt lebt hier dies und jenseits der Strasse nach Algetshausen und Bettenau eine Dorfgemeinschaft, die seit jeher weiss, was sie will. Den Ortsnamen «Oklahoma» beispielsweise.

Das Warum ist ein ungelüftetes Geheimnis. Jedenfalls hat es die schweizfremde Ortsbezeichnung zwischenzeitlich ins Strassenverzeichnis geschafft. Die Hauptstrasse durch Oberstetten heisst ganz offiziell Oklahomastrasse. Und um eben diese geht es, wenn 33 der rund 110 Einwohner des Dorfes finden: Hier wird zu schnell gefahren. Und es nicht mit der Feststellung bewenden lassen, sondern ihren Wunsch nach einer Reduktion der Geschwindigkeit im Durchfahrtsbereich mit einer Petition bekräftigen.

Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel bestätigt, dass dem Gemeinderat 33 Unterschriften eingereicht worden seien und er diese am 12. Februar «zur Kenntnis genommen» habe.

Gefährliche Gewohnheit

Seit vergangenem Herbst präsentieren sich die Ortseinfahrten Oberstettens anders. Die Strasse wurde verschmälert, damit eine Torwirkung entsteht. Laut Lucas Keel steht diese Massnahme aber in keinem Zusammenhang mit dem Anliegen der Petition. «Die Tore sollen nicht verlangsamend wirken, sondern dafür sorgen, dass die definierte Geschwindigkeit eingehalten und die Aufmerksamkeit erhöht wird», differenziert er. Denn die Fahrzeuglenker tendierten zum Ausrollen. «Sie fahren über Land mindestens 80 km/h, gehen dann 50 Meter vor dem Dorfeingang vom Gaspedal und sind am Dorfeingang immer noch zu schnell: Das ist nicht böser Wille, sondern schlichte Gewohnheit – allerdings eine gefährliche.»

«Der Verkehrsraum müsste so konzipiert werden, dass 85 Prozent aller Verkehrsteilnehmer die Tempolimite einhalten.»

Wenn nun die Einwohnerschaft von Oberstetten Tempo 30 wünscht, hätte dies eine Änderung des Verkehrsregimes zur Folge, macht Keel klar. «Der Verkehrsraum müsste so konzipiert werden, dass 85 Prozent aller Verkehrsteilnehmer die Tempolimite einhalten.» Welche konkreten Massnahmen dazu an welcher Stelle nötig wären, könne man nicht «aus dem Hosensack» sagen.

Eine Frage der Prioritätenordnung

Der Gemeinderat hat die Unterschriften zur Kenntnis genommen. Aber nicht nur das. «Er hat die Verwaltung beauftragt, das Anliegen im Rahmen der ordentlichen Tempo-30-Projektentwicklung zu berücksichtigen», sagt Keel.

Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, dass solche Projekte ziemlich aufwendig seien. Weniger wegen der baulichen Massnahmen, als vielmehr in der ganzen Konzeption, dem Dialog mit der Bevölkerung und den Rechtsmittelverfahren. Allein schon die personellen Ressourcen erforderten eine Priorisierung. Zuoberst stünden dabei der Schutz der Schulanlagen und Schulwege sowie die Reduktion des quartierfremden Verkehrs. Eine Tempo-30-Zone in Oberstetten müsse sich dieser Prioritätenordnung stellen.

Rechtlich keine Hindernisse

Rechtlich sei Tempo 30 auf Gemeindestrassen möglich, sagt Lucas Keel ergänzt aber: «Ob das überall sinnvoll und nötig ist, ist eine Frage der Interessenabwägung.» Er weiss, dass Menschen, die an befahrenen Strassen wohnen, mehr Wohnqualität haben, wenn die Geschwindigkeit tiefer ist. Genauso bewusst ist er sich hingegen, dass dies jene, die schnell von A nach B wollen, kaum interessiert. «Mit dem nun eingeschlagenen Mittelweg ist wahrscheinlich niemand restlos glücklich, aber er ist akzeptabel. Und das ist in Verkehrsfragen schon sehr viel.»

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