Strassenmusik kann auch nerven

Notabene

Urs Bänziger
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Musik mögen die meisten. Sie kann aber auch auf die Nerven gehen. Etwa, wenn sie zu laut ist, oder aber monoton. Von der Eintönigkeit der Musik können Angestellte, die an der Oberen Bahnhofstrasse in Wil arbeiten, ein Lied singen. Grundsätzlich ist es positiv, wenn Strassenmusiker die Wiler Einkaufsmeile beleben. Aber sie sollten es den Passanten gleichmachen und sich auf der Strasse bewegen und ihren Standort wechseln. Aber nein! Es gibt Strassenmusiker, die schaffen es doch tatsächlich, wie verwurzelt über Stunden am gleichen Standort zu spielen.

Das wäre ja nicht weiter schlimm. Aber es gibt Strassenmusiker, die sind auch in ihrem Repertoire begrenzt. Das erste Stück ist ja noch schön anzuhören. Vielleicht auch das zweite und das dritte. Aber dann: Schon wird auf die Wiederholungstaste gedrückt und das kleine Repertoire x-mal lustlos herunter gedudelt. Oftmals sind Stimmen und Instrumente derart monoton, dass sich jedes Stück gleich anhört und diejenigen nervt, die sich die Musik anhören müssen.

Sicher, man kann Türen und Fenster schliessen, um sich über die Monotonie von Strassenmusikern nicht mehr ärgern zu müssen. Aber im Sommer ist das eine undankbare Alternative. Eine andere Möglichkeit wäre, die Wiler Behörde setzt die Latte höher. Idealerweise lässt sie die Musikanten mindestens eine Stunde vor dem Rathaus spielen, bevor sie die Bewilligung erteilt. Am Arbeitsplatz, bei offenen Fenstern, könnten die Stadtangestellten darüber entscheiden, ob Repertoire und Virtuosität genügen, um die Strassenmusiker auf Passanten und Berufstätigen an der Einkaufsmeile loszulassen.

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch