STRASSE: Keine Verletzten bei Wil Mobil

Die beiden Busunfälle in St. Gallen werfen Fragen zur Sicherheit im Busverkehr auf. Wil Mobil verzeichnete in den vergangenen Jahren kaum nennenswerte Zwischenfälle.

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Wil Mobil weist wenige gravierende Zwischenfälle auf. Kleine Beulen und Kratzer gibt es aber immer wieder. (Bild: Cédric Schneider)

Wil Mobil weist wenige gravierende Zwischenfälle auf. Kleine Beulen und Kratzer gibt es aber immer wieder. (Bild: Cédric Schneider)

Unfälle und kleinere Karambolagen machen auch vor dem Busverkehr nicht Halt. Dies wurde diesen Monat schmerzlich in Erinnerung gerufen. Anfang Februar knallte in St. Gallen ein Bus der Post in einen Baum. Sieben Personen, darunter der Fahrer, erlitten Verletzungen und mussten ins Spital eingeliefert werden.

Glimpflicher für die Insassen verlief ein Unfall eines Busses der St. Galler Verkehrsbetriebe. Dieser rammte eine Ambulanz, nachdem ein zweiter Bus eine Passantin angefahren und ebenfalls verletzt hatte.

Wil Mobil ohne grosse Ereignisse

Das Busunternehmen Wil Mobil hatte in der Vergangenheit wenig Unfälle. «In den vergangenen fünf Jahren mussten wir glücklicherweise keine Personenschäden bei Passagieren und Chauffeuren verzeichnen», sagt Hans Koller, Leiter Markt der Bus Ostschweiz AG, zu der Wil Mobil gehört. Auch die Sachschäden hielten sich in Grenzen. «Wir zählen etwa fünf bis acht Fälle im Jahr, bei denen der Sachschaden bei den Bussen so gross ist, dass etwas ausgewechselt werden muss.» Im Normalfall könne die Sache bei einer Kollision ohne polizeiliche Hilfe abgehandelt werden, sagt Hans Koller. Der kalte Januar sei aber wegen der winterlichen Strassenverhältnissen durchaus anspruchsvoll gewesen. «Wir hatten einige Probleme», sagt Koller.

Neben den grösseren Schäden werden aber auch kleine Kratzer und Beulen genaustens erfasst. Diese sind deutlich zahlreicher, werden aber in der Regel nicht umgehend repariert. «Pro Fahrzeug fallen jährlich etwa fünf Meldungen an», sagt Koller. Wil Mobil verfügt derzeit über einen Fuhrpark von 26 Bussen und beschäftigt 55 Chauffeurinnen und Chauffeure. Diese absolvieren jedes Jahr rund 1,7 Millionen Kilometer auf den Strassen rund um Wil. Diese Distanz entspricht der 42-maligen Erdumrundung.

Die Ursache des Postauto­unfalls in St. Gallen dürfte ein Schwächeanfall des Chauffeurs gewesen sein. Dem Fahrer wurde vor der Kollision schwarz vor Augen. Damit solche gesundheitlichen Probleme möglichst ausgeschlossen werden können, verlangt der Gesetzgeber alle fünf Jahre einen Gesundheitscheck. Ein Arzt beurteilt, ob die Gesundheit des Fahrers die Fahrtauglichkeit beeinflusst. Zusätzlich werde jeder Chauffeur an drei Tagen im Jahr intern durch einen Teamleiter begleitet, sagt Koller. «In diesen Fahrten wird auch das sichere Fahren beurteilt.» Hinzu komme jährlich die Absolvierung des Schleuderkurses für eine gewisse Anzahl von Chauffeuren.

Cédric Schneider

cedric.schneider@wilerzeitung.ch

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