Störche tummeln sich in Zuzwil

ZUZWIL. Gleich sechs Störche wurden gestern im Zuzwiler Riet gesichtet. Bereits vor einem Jahr war dort ein Storch anzutreffen, der während des ganzen Sommers immer wieder zurückkehrte. Vermutlich wird die Gruppe aber schon bald weiterziehen.

Daria Baur
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Die Altstörche sind im Zuzwiler Riet auf Futtersuche. Deshalb liessen sie sich durch den Traktor, der den Acker bearbeitete, nicht stören. (Bild: Andrea Häusler)

Die Altstörche sind im Zuzwiler Riet auf Futtersuche. Deshalb liessen sie sich durch den Traktor, der den Acker bearbeitete, nicht stören. (Bild: Andrea Häusler)

Déjà-vu-Erlebnis in Zuzwil: Bereits vergangenes Jahr war ein Storch, der sich mehrmals in Zuzwil und teils in Begleitung blicken liess, die Sommerattraktion schlechthin. Denn nur ganz selten wird in dieser Gemeinde ein solches Tier gesichtet.

Auf Futtersuche

Gestern waren in Zuzwil nicht ein, nicht zwei, sondern gleich sechs Störche zugegen. Wie schon im vergangenen Jahr befanden sie sich im Zuzwiler Riet. «Dieses Gebiet ist sehr feucht, und somit zurzeit eine Ausnahme. Die Störche sind dort vermutlich auf Futtersuche, bevor sie weiterziehen», sagt Reto Zingg, Präsident des Vereins Rheintaler Störche. Denn im Zuzwiler Riet gibt es nebst weitläufigen Feuchtgebieten auch Tümpel und kleine Bachläufe, was die Störche mögen. Denn sie ernähren sich von Würmern, Mäusen, Amphibien, Fröschen und Schnecken.

Eher keine Jungstörche

Zingg ist sich sicher, dass es sich um eine Gruppe Altstörche handelt. «Die Jungen ziehen vor den Älteren los, da sie länger für die Reise benötigen. Jetzt, nach der Brutzeit, ziehen viele dieser Tiere auf der Suche nach Nahrung umher. Später geht für sie die Reise weiter bis nach Afrika», sagt Zingg. Der Experte glaubt, dass die Weissstörche aus Frauenfeld oder allenfalls der Bodenseeregion nach Zuzwil gekommen sind.

Ansiedlung wäre möglich

Dass diese Tiere im nächsten Jahr zu Brutvögeln werden, glaubt Zingg nicht. «Aber ganz ausschliessen kann man es nicht. Aufgrund des Futterangebots wäre eine Ansiedlung theoretisch möglich.» Um eine Ansiedlung von Störchen wahrscheinlicher zu machen, müssten laut Zingg spezielle Brutmasten aufgestellt werden. Dazu wäre aber zuerst bei den Grundeigentümern die Erlaubnis einzuholen. Die Standorte für solche Masten müssen sorgfältig evaluiert werden. «Besonders wichtig ist, dass Brutstellen nicht in Siedlungsräumen installiert werden. Denn dort sind die Vögel zu vielen Gefahren ausgesetzt», sagt Zingg.