«Annulus Honorum Flawilaris» stillschweigend beerdigt

Der sechste Ehrenring war der Letzte. Flawil verzichtet künftig auf die Auszeichnung verdienter Behördenmitglieder.

Andrea Häusler
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Barbara Tigges, ehemals Gemeinderätin in Flawil, besitzt einen, Gemeindepräsident Elmar Metzger ebenfalls. Auch dessen Amtsvorgänger, Werner Muchenberger, ist Ehrenringträger, genauso wie der frühere Bauchef im Gemeinderat, Richard Hollenstein, Ex-Schulrätin Barbara Brunner und Gemeinderat Erwin Thalmann. Sechsmal wurde der silberne «Annulus Honorum Flawilaris» aus der Goldschmitte von Ueli Häfeli an verdiente Behördenmitglieder vergeben: erstmals im Jahr 2011, letztmals 2016. Dann war plötzlich Schluss.

Wertung schwieriger als gedacht

«Der Ring der Ehren ist Geschichte», bestätigt denn auch der Initiant und Stifter des Annulus Honorum Flawilaris, Ueli Häfeli. Was war geschehen? Häfeli zögert, sucht nach einer unverfänglichen Erklärung, um letztlich festzustellen, dass seine Idee die angestrebte Wirkung verfehlt habe. Mit dem Ring der Ehren sollte die Arbeit von Gemeinderatsmitgliedern gewürdigt werden, die sich von Amtes wegen exponieren, in der Öffentlichkeit stehend Kritik und Anfeindungen ausgesetzt sind, einen breiten Rücken und einen langen Atem haben müssen. In der Praxis habe sich jedoch gezeigt, wie schwierig die Wertung, die Gewichtung der Leistungen in Frage kommender Persönlichkeiten ist, sagt Häfeli. Gleichzeitig sei es den Nominierten stets mehr oder weniger schwergefallen, die Lorbeeren selbstbewusst für sich persönlich (und nicht als Mitglied eines Teams) zu beanspruchen. «Für den einen oder anderen war die Situation eher schwierig denn erfreulich», stellt Ueli Häfeli rückblickend fest.

Keine jährliche Verleihung mehr

Aus all diesen Gründen reifte schliesslich die Idee, für die Ehrung auch Kommissionsmitglieder zuzulassen und die Ringvergabe nicht mehr jährlich, sondern nur noch dann durchzuführen, wenn besondere Ereignisse eine spezielle Anerkennung verlangten. «Solche Vorkommnisse blieben dann jedoch aus, beziehungsweise wurden nicht nach aussen getragen», sagt Ueli Häfeli. Entsprechend sei eine Ringvergabe nach 2016 nicht mehr angezeigt gewesen. Für ihn steht fest, dass die Ehrung Erwin Thalmanns vor rund dreieinhalb Jahren die letzte in der kurzen Ära des Annulus Honorum Flawilaris war. Er sagt auch: «Die Idee des Ehrenrings wird mit Sicherheit nicht nochmals aufgewärmt.»

Acht Flächen in reinem Silber

Der Flawiler Ehrenring aus Massivsilber weist acht Oberflächen­segmente auf. Sieben davon stehen für die Gemeinderäte. Die freie Fläche wurde von Ueli Häfeli jeweils entsprechend den Ideen, Leistungen oder Verdiensten des Geehrten individuell gestaltet.