Stihl hat jetzt einen «Konzertsaal»

Bronschhofen Nach gut 15 Monaten Bauzeit weihte der Kettensägen-Hersteller Stihl den Erweiterungsbau an der Industriestrasse ein. Es werden 50 Arbeitsplätze geschaffen. Weitere Bauvorhaben sind in Planung.

Simon Dudle
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Auch wenn gestern im Beisein von Politikern und geladenen Gästen gefeiert werden konnte, so hat auch die Firma Stihl wie manch anderes Export-Unternehmen mit Gegenwind zu kämpfen. Neben dem starken Franken spielt für den weltweit führenden Produzenten von Kettensägen die Abwertung des russischen Rubels eine wichtige Rolle. Im Jahr 2014 war Russland noch der fünftwichtigste Markt gewesen.

Unter diesen Aspekt ist es eine wohltuende Nachricht, dass das Unternehmen die rund 850 Arbeitsplätze an den Standorten Wil und Bronschhofen nicht ins Ausland verlagert und an der Produktion in der Ostschweiz festhält. Joachim Zappe, Geschäftsführer Stihl Kettenwerk Schweiz, begründet: «Wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter. Das Ausbildungssystem in der Schweiz ist hervorragend. Wir haben zudem ein liberales Arbeitsrecht.» Rund 50 zusätzliche Arbeitsplätze werden dank dem Erweiterungsbau geschaffen. «Wir werden über eine gewisse Zeitspanne die Leute einstellen. Es ist allerdings anspruchsvoll, gute Mitarbeiter zu finden und manchmal braucht es mehr Zeit als gewünscht. Wir konnten aber noch nie eine Stelle nicht besetzen», sagt Zappe.

40 Millionen in den Anbau investiert

Ab Jahresbeginn 2017 wird im Erweiterungsbau im Bronschhofer Industriegebiet gearbeitet. Eingeweiht wurde er aber bereits gestern nach einer unfallfreien Bauphase. Das Gebäude ist 55 Meter lang und gleich breit wie der schon zuvor bestehende Bau. Von aussen sieht man keinen Unterschied zwischen altem und neuem Gebäudeteil. Dem Unternehmen stehen neu zusätzliche 10 000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Die Zahlen zum Bau sind imposant: 16 500 Kubikmeter Erde wurden ausgehoben, 900 Tonnen Betonstahl, 5500 Kubikmeter Beton und 350 Tonnen Stahlkonstruktionen verbaut. Gekostet hat der Anbau rund 40 Millionen Franken. «Es ist ein Konzertsaal gebaut worden. Die Akustik beeindruckt mich», sagt Nikolas Stihl, Aufsichtsrats-Vorsitzender der Stihl-Holding.

Noch nicht einmal acht Jahre sind vergangen, seit Ende Oktober 2008 der mittlerweile «alte» Gebäudeteil in Bronschhofen als Folge der gestiegenen Absatzzahlen in Betrieb genommen wurde.

Ein Parkhaus und eine firmeneigene Kantine

Es wird nicht der letzte Stihl-Ausbau in der Stadt Wil bleiben. Visiere an der Hubstrasse haben die Umsetzung weiterer Pläne angedeutet. «Wir wollen ein Parkhaus bauen. Die öffentliche Auflage wurde vor kurzem abgeschlossen», sagt Zappe. Obwohl es keine Einsprachen gegeben hat, fahren die Bagger nicht heute und morgen auf, da die Planungen noch verfeinert werden müssen. Ebenfalls in Wil soll danach eine firmeneigene Kantine errichtet werden. Dies wäre ein Schweizer Novum für das Unternehmen.