Steuerfuss wird erneut gesenkt

Wuppenau geht es finanziell gut. Der Gemeinderat schlug der Bevölkerung am Mittwochabend darum vor, den Steuerfuss um zwei Prozent zu senken. Und auch die Jahresrechnung 2012 schloss positiv ab – dank der Sozialhilfe.

Christof Lampart
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WUPPENAU. Gemeindeammann Hanspeter Gantenbein konnte am Mittwochabend in der Turnhalle Wuppenau eine positive Jahresrechnung 2012 präsentieren. Denn diese schloss mit einem Gewinn von fast 275 000 Franken ab. Budgetiert worden war hingegen ein Verlust von 24 800 Franken.

«Geldesel» Sozialhilfe

Hanspeter Gantenbein wertete dieses Resultat als «einmaligen Ausreisser auf die andere Seite», zumal dieser vor allem auf höhere Rückzahlungen im Fürsorgebereich zurückzuführen gewesen sei. Tatsächlich erhielt Wuppenau Rückerstattungen in der Höhe von 180 000 Franken für Unterstützungsleistungen in den Jahren 2010 bis 2012. Gantenbein schlug deshalb im Namen des Gemeinderates vor, 200 000 Franken des Mehrertrags für die Äufnung einer Spezialfinanzierung «Sozialhilfe» zu verwenden, falls «das Pendel mal wieder auf die andere Seite ausschlagen» sollte.

Der Souverän genehmigte dieses Vorhaben ebenso diskussionslos wie auch die Rückstellung von 50 000 Franken für eine allfällige Übernahme des Gemeinderaumes. Die restlichen knapp 25 000 Franken wurden dem Eigenkapital zugewiesen, welches sich somit neu auf 640 000 Franken beläuft. Das Stimmvolk sagte mit grossem Mehr bei drei Gegenstimmen Ja zum Verwendungsvorschlag.

Vorwärts ins Mittelfeld

Bei neun Gegenstimmen wurde das Budget des laufenden Jahres grossmehrheitlich genehmigt, das bei einem um zwei Prozent reduzierten Steuerfuss von neu 60 Prozent von einem Verlust von 10 600 Franken ausgeht. In den vergangenen elf Jahren wurde der Steuerfuss von 90 auf 60 Prozent reduziert. Wie Hanspeter Gantenbein darlegte, geht die Gemeinde in der langfristigen Finanzplanung von einem Steuerfuss von 58 bis 60 Prozent aus. «Damit wollen wir in absehbarer Zeit, was die Steuern betrifft, uns im Mittelfeld der Thurgauer Gemeinden etablieren. Momentan sind wir noch leicht über dem Durchschnitt.» Gantenbein sagte, dass die Gemeinde ihre Hausaufgaben gemacht habe und trotz dieser Steuersenkung nicht Gefahr laufe, in den nächsten Jahren fortlaufend rote Zahlen schreiben zu müssen, falls nicht etwas total Unerwartetes passiere.

Mit grossem Mehr bei drei Gegenstimmen sagte der Souverän Ja zur 2012 überarbeiteten Gemeindeordnung, welche unter anderen präziser die Kompetenzen des Gemeinderates regelt. Auch das Reglement Elektrizitätsversorgung wurde nach einer langen Diskussion über Unklarheiten im Gemeindeordnungstext mit 82 Ja zu 15 Nein angenommen, nachdem zuvor ein Rückweisungsantrag zur Überarbeitung der Gemeindeordnung deutlich abgelehnt worden war.

Ohne Doppelbürgerschaft

Gutgeheissen wurden hingegen die Einbürgerungsanträge des Geschwisterpaares Mensur und Melisa Basagic aus Bosnien-Herzegowina. In geheimer Abstimmung wurden den beiden mit 95 Ja zu 20 Nein (Mensur) bzw. 103 Ja zu 12 Nein (Melisa) das Wuppenauer Bürgerrecht erteilt. Beide hatten sich im Vorfeld dazu bereit erklärt, auf ihre Doppelbürgerschaft zu verzichten.

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