Steuerfuss senken, nicht erhöhen: Die FDP Uzwil nominiert ihre Kandidaten für die Gemeindewahlen und bestimmt Yves Beutler zum neuen Präsidenten

Die FDP Uzwil ist bestrebt, ihre Mandate bei den Kommunalwahlen von kommendem Herbst zu verteidigen.

Philipp Stutz
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Die Kandidierenden der FDP Uzwil: v.l. Martin Brunnschweiler (Gemeinderat), Natasa Weber (GPK), Michaela Uhler (Schulrat) und Ruedi Müller (Gemeinderat).

Die Kandidierenden der FDP Uzwil: v.l. Martin Brunnschweiler (Gemeinderat), Natasa Weber (GPK), Michaela Uhler (Schulrat) und Ruedi Müller (Gemeinderat).

Bild: Philipp Stutz

Martin Brunnschweiler, Landwirt/Geschäftsführer in Oberstetten, soll die Nachfolge von Hanspeter Haltner (Algetshausen) antreten, der nach 16 Jahren seinen Rücktritt aus dem Uzwiler Gemeinderat angekündigt hat. Brunnschweiler ist 1973 geboren, verheiratet und Vater von zwei Kindern. «Als Selbständigerwerbender pflege ich gute Kontakte zum Gewerbe und will dessen Interessen vertreten», sagte er an der Nominationsversammlung vom Montag. Das Gewerbe sei zurzeit im Gemeinderat nicht vertreten. Das Gleichgewicht zwischen Wirtschaft, Ökologie und Sozialbereich ist seiner Ansicht nach wichtig:

«Uzwil benötigt auch in Zukunft gute und sichere Arbeitsplätze. Dabei müssen die Bedürfnisse von Kleinst- und Grossfirmen gleichermassen befriedigt werden.»

Investitionen und Ausgaben sollen seiner Meinung nach wohlüberlegt getätigt werden, sodass auch der Steuerfuss auf ein attraktives Niveau gesenkt werden könnte.

Yves Beutler neuer Präsident

Bruno Lusti, seit sieben Jahren Präsident der FDP Uzwil und vormals langjähriger Kantonsrat, gab das Präsidium ab, das er während einer schwierigen Zeit geführt hat. «Wir Freisinnigen haben ein gutes Standbein in der Lokalpolitik», sagte er. Die FDP nehme Verantwortung wahr und arbeite konstruktiv mit. Lusti bezeichnete Uzwil als attraktiven Standort, was sich unter anderem in der steigenden Wohnbautätigkeit manifestiere. Hinzu kämen Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Gewerbe.

Yves Beutler ist neuer Präsident der FDP Uzwil.

Yves Beutler ist neuer Präsident der FDP Uzwil.

Bild: Philipp Stutz

Zu Lustis Nachfolger wurde Yves Beutler bestimmt. Er ist Leiter Account Management (Verkauf) einer international tätigen Maschinen- und Apparatefabrik. Der 31-Jährige ist im zürcherischen Thalwil aufgewachsen und hat sich nach seinen Worten schon immer für Politik und Wirtschaft interessiert. Auch hat er – allerdings ohne Erfolg – für den Kantonsrat kandidiert und dabei wichtige Erfahrungen sammeln können. Yves Beutler wohnt seit vier Jahren in Uzwil. Hierher «gelockt» hat ihn seine Partnerin und heutige Ehefrau. Politisch will er sich für eine prosperierende Wirtschaft einsetzen. Sein besonderes Interesse gilt der Finanzpolitik.

Daneben gab es zwei Demissionen zu verzeichnen: Heinrich Schiess und Jan Metzger traten aus der Parteileitung zurück. (stu)

Verschuldung soll Obergrenze nicht übersteigen

Ruedi Müller stellt sich der Wiederwahl als Gemeinderat. Der Leiter Privatkunden bei der Uzwiler Niederlassung der St.Galler Kantonalbank will sich dafür einsetzen, dass die Kosten der öffentlichen Hand nicht überschritten werden. «Wunsch- und Zwangsbedarf müssen voneinander getrennt werden.» Und die Verschuldung dürfe die von der Exekutive selbst definierte Obergrenze von 30 Millionen Franken nicht überschreiten.

Die Entwicklung von Uzwil zu gestalten, sei eine spannende, aber auch komplexe Aufgabe. Zurzeit seien verschiedene Bauprojekte im Schwange, womit auch die Bauverwaltung gefordert sei. Trotzdem würden Neuanstellungen von Personal kritisch hinterfragt. «Ich werde alles daran setzen, damit die Steuern nicht erhöht werden», beantwortete Müller eine entsprechende Frage. Seit gut elf Jahren verantwortet er den Bereich öffentliche Sicherheit. «Der Zivilschutz hat die Bewährungsprobe mit Bezug auf Corona bestanden», ist er überzeugt. Und der regionalen Feuerwehr sei der Start gelungen.

«Die Digitalisierung muss gefördert werden»

Peter Alpert tritt aus dem Schulrat zurück. Er soll durch Michaela Uhler-Huber ersetzt werden. Die 1977 geborene Floristin und Familienfrau ist Mutter von zwei Kindern. Ihr politischer Schwerpunkt liegt in der Bildungs- und Energiepolitik: «Um die Herausforderungen meistern zu können, möchte ich den regionalen Wissensaustausch und die Digitalisierung fördern. Bildung darf etwas kosten – wir müssen konkurrenzfähig bleiben.» Dabei soll auch das Nachhilfekonzept überarbeitet werden.

Natasa Weber heisst die FDP-Kandidatin für die Geschäftsprüfungskommission, in der die FDP seit vier Jahren nicht mehr vertreten ist. Sie ist Sachbearbeiterin Erwachsenenbildung beim Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil, Mutter von Zwillingen und verfügt nach ihren Aussagen über gute Kenntnisse des Bildungssystems. «Die Entwicklung und der wirtschaftliche Standort unserer Gemeinde bedeuten für mich wichtige Anliegen.»