Stets bemüht, die Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden

Herr Knechtle, Sie haben in Oberuzwil einige Projekte umgesetzt, Abläufe und Prozesse neu definiert. Was fehlt? Neben organisatorischen Veränderungen sollte nun der pädagogische Teil des Bildungsbereichs weiterentwickelt werden. Ich denke dabei ans kooperative Lernen, Teil des Lehrplans 21.

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Michael Knechtle Leiter Volksschule Oberuzwil

Michael Knechtle Leiter Volksschule Oberuzwil

Herr Knechtle, Sie haben in Oberuzwil einige Projekte umgesetzt, Abläufe und Prozesse neu definiert. Was fehlt?

Neben organisatorischen Veränderungen sollte nun der pädagogische Teil des Bildungsbereichs weiterentwickelt werden. Ich denke dabei ans kooperative Lernen, Teil des Lehrplans 21.

Ein Teil der Lehrerschaft fühlte sich im neuen Organisationsmodell zu wenig getragen. Haben Sie diesen Widerstand wahrgenommen?

Der Veränderungsprozess ist nicht ohne Rückschläge und Kritik vonstatten gegangen. Nicht alle waren mit den Neuerungen einverstanden. Es ist mir nicht immer gelungen, Prozesse dergestalt aufzuzeigen, damit sie für alle Lehrpersonen nachvollziehbar sind. Das hat zweifellos Energie gekostet und wird eine stete Herausforderung bleiben. Ich habe mich aber immer bemüht, Veränderungsprozesse transparent zu gestalten. Mein Bestreben war es, Entscheidungswege kurz zu halten, ohne die Schulleitungen in deren Wirken einzugrenzen. Es war mir wichtig, die Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden.

Sie haben an einem Schulforum betont, dass gegenseitiges Vertrauen für Veränderungsprozesse wesentliche Voraussetzung ist.

Eine konstruktive Zusammenarbeit bedingt Vertrauen, und zwar auf beiden Seiten. Vertrauen zu schaffen, ist wichtig, doch muss die Basis dazu erst erarbeitet werden. Vertrauen trägt wesentlich zum Veränderungsprozess bei. Der Weg dazu erwies sich aber nicht immer als einfach – er war mit Steinen gepflastert.

Was gab für Sie den Ausschlag, Oberuzwils Schulen zu verlassen?

Gibt's ein Miteinander, das Sinn macht, oder braucht's eine andere Person, um die Funktion des Leiters Volksschule auszuüben? Diese Frage habe ich mir gestellt. Und mich für eine neue Herausforderung entschieden. Im Hinblick aufs neue Schuljahr stehen verschiedene personelle Entscheide an. Der Zeitpunkt für eine Neuorientierung scheint gegeben. Gemeinde- und Schulrat werden die Vakanzen nach meinem Weggang zu besetzen versuchen und die Zukunft der Volksschule weiterentwickeln.

Fällt Ihnen das Abschiednehmen schwer?

Ich werde Oberuzwil mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen. Es gab schöne Momente, und ich habe Menschen kennengelernt, die ich vermissen werde. Doch jeder Wechsel birgt auch Chancen. (stu)

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