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Stellt die Stadt Wil bald auch die erste St. Galler Bundesrätin?

Erhält die Stadt Wil Aufmerksamkeit in den nationalen Medien, handelt es sich gewöhnlich um ein schweres Verbrechen, einen Grossbrand oder ein anderes Unglück. Doch diesmal ist alles anders: Wil soll eine Bundesrätin bekommen.
Hans Suter

Wil hat vor sieben Jahren mit Susanne Hartmann die erste Stadtpräsidentin des Kantons St. Gallen hervorgebracht. Weshalb mit Karin Keller-Sutter nun nicht auch die erste St. Galler Bundesrätin? Mit drei nationalen Politgrössen in Bern hat die knapp 24000 Einwohner zählende Stadt ohnehin den Nimbus einer Polithochburg: Barbara Gysi/SP und Lukas Reimann/SVP im Nationalrat, Karin Keller-Sutter/FDP im Ständerat – welche Kleinstadt kann schon so etwas vorweisen? Und nicht zu vergessen: Vor den letzten Nationalratswahlen war es gar noch eine Nationalrätin mehr (Yvonne Gilli/Grüne). Das 1985 eingeführte Wiler Stadtparlament scheint eine veritable politische Kaderschmiede zu sein, wenngleich der Ordnung halber anzumerken ist, Lukas Reimann nie Wiler Stadtparlamentarier war.

Gespanntes Warten

Rund 50 Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Schweiz haben am Dienstagnachmittag an der Medienkonferenz von Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter teilgenommen. (Bilder: Hans Suter/Gianni Amstutz)

Rund 50 Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Schweiz haben am Dienstagnachmittag an der Medienkonferenz von Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter teilgenommen. (Bilder: Hans Suter/Gianni Amstutz)

Kandidiert sie? Oder kandidiert sie aus welchen Gründen auch immer doch nicht? Die Erklärung von Karin Keller-Sutter war in Wil mit Spannung erwartet worden. Es dauerte lange, bis Anzeichen der Gewissheit kamen. Montagnacht um 22.58 Uhr ging bei der Redaktion eine E-Mail der FDP des Kantons St. Gallen ein: «Einladung zum Point de Presse», Dienstag, 9. Oktober 2018, 15 Uhr, Alleesaal, Stadtsaal Wil. Dass die nationalen Medien nach Wil eingeladen wurden, musste einen besonderen Grund haben: Sie tritt an! Erste Spekulationen machten in den Online-Ausgaben der Zeitungen schnell die Runde.

Zurück zu den Wurzeln

Daniel Meili, Stadtrat, FDP, Wil: «Karin Keller-Sutter als Bundesrätin wäre die Richtige für unser Land und für unseren Kanton. Für die Stadt Wil wäre es eine grosse Freude. Ich glaube, sie schafft es.»

Daniel Meili, Stadtrat, FDP, Wil: «Karin Keller-Sutter als Bundesrätin wäre die Richtige für unser Land und für unseren Kanton. Für die Stadt Wil wäre es eine grosse Freude. Ich glaube, sie schafft es.»

Dann nahte die Stunde der Wahrheit. Das Medieninteresse war riesig. Der Alleesaal reichte nicht aus, so dass kurzerhand in den grossen Saal ausgewichen wurde. 47 Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Schweiz waren bis 30 Minuten vor der Medienkonferenz angemeldet. Weitere kamen bis kurz vor Beginn dazu. Dann wurde es hektisch. Die Kamerateams aus allen Sprachregionen der Schweiz kämpften um die beste Position, die Radiostationen bauten vor dem Rednerpult ihre Mikrofone auf und achteten sorgsam darauf, dass das Logo der Station für die Fernsehkameras gut sichtbar war, während die Vertreter der Printmedien verzweifelt nach einem Sitzplatz an einem Tisch suchten, um nicht im Stehen schreiben zu müssen. Schliesslich trat Karin Keller-Sutter ans Rednerpult und sprach die lange erwarteten Worte: Ja, sie werde kandidieren, wenngleich dies für sie vor noch nicht allzu langer Zeit unvorstellbar gewesen sei.

Karin Keller-Sutter gab ihren Entscheid in ihrer Heimatstadt bekannt. Dort, wo sie als Tochter einer Wirtsfamilie aufwuchs, dort, wo im Parlament ihre ersten politischen Wurzeln gedeihten.

Susanna Hofmann, Präsidentin FDP Wil-Untertoggenburg: «Sie hat sich immer durch persönliche Arbeit ausgewiesen, das schätze ich sehr. Sie ist eine grosse Schafferin, die mit Fachwissen und Sozialkompetenz überzeugt.»

Susanna Hofmann, Präsidentin FDP Wil-Untertoggenburg: «Sie hat sich immer
durch persönliche Arbeit ausgewiesen, das schätze ich sehr. Sie ist eine grosse Schafferin, die mit Fachwissen und Sozialkompetenz überzeugt.»

Der weitere Ablauf

Claudio Altwegg, Präsident der FDP Wil: «Für mich ist die Kandidatur von Karin Keller-Sutter der logische und richtige Schritt. Sie bringt dafür auch den nötigen Leistungsausweis mit.»

Claudio Altwegg, Präsident der FDP Wil: «Für mich ist die Kandidatur von Karin Keller-Sutter der logische und richtige Schritt. Sie bringt dafür auch den nötigen
Leistungsausweis mit.»

Der nächste Termin auf Karin Keller-Sutters Weg in den Bundesrat findet erneut im Wiler Stadtsaal statt. Am Samstag, 20. Oktober, nominiert die FDP des Kantons St. Gallen um 10 Uhr an einer öffentlichen Versammlung ihre Kandidatin. Da die Kantonalpartei hinter der Kandidatur von Karin Keller-Sutter steht, dürfte diese Nomination für die Wilerin Formsache sein. Auch andere Kantonalparteien können Nominationen einreichen. Als letzten Schritt schlägt die FDP-Fraktion der Vereinigten Bundesversammlung ein Ticket mit einer beziehungsweise mehreren Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl vor. Die Ersatzwahl für die zurücktretenden Bundesräte Johann Schneider Ammann und Doris Leuthard findet am Mittwoch,
5. Dezember 2018 im Bundeshaus in Bern statt. (gia)

Felix Aepli, Unternehmer, Wil: «Sie ist eine starke Persönlichkeit. Klar liberal und trotzdem kompromissbereit und kompromissfähig. Und sie ist eine Brückenbauerin über die Sprachgrenzen hinaus.»

Felix Aepli, Unternehmer, Wil: «Sie ist eine starke Persönlichkeit. Klar liberal und trotzdem kompromissbereit und kompromissfähig. Und sie ist eine Brückenbauerin über die Sprachgrenzen hinaus.»

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