Wil

Stellplätze für Wohnmobile sind zwar wünschenswert, Stadt verfügt aber über keine geeigneten Standorte

FDP-Fraktionspräsident Adrian Bachmann (FDP) sieht in Wohnmobilreisenden ein grosses Potenzial für den Tourismus. Der Stadtrat sagt jedoch, dass in Wil passende Plätze fehlten.

Gianni Amstutz
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Auf dem Stadtgebiet existieren gemäss Stadtrat weder Stellplätze noch Standorte im Besitz der Stadt, welche sich für die Erstellung solcher eignen.

Auf dem Stadtgebiet existieren gemäss Stadtrat weder Stellplätze noch Standorte im Besitz der Stadt, welche sich für die Erstellung solcher eignen.

Bild: Patrick Luethy

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer machen Ferien mit dem Wohnmobil. Als Indiz für diesen Trend sieht der Wiler FDP-Stadtparlamentarier Adrian Bachmann die vergangenen Sommerferien, als zahlreiche Personen ihre Ferien in der eigenen Wohnung auf vier Rädern verbrachten. Ausserdem habe auch die Zahl der zugelassenen Wohnmobile in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Personen, die ein Wohnmobil besitzen, seien in der Regel überdurchschnittlich zahlungskräftig und kulturell interessiert, schreibt Bachmann. Gäste also, die in Wil sehr willkommen wären. Er bemängelt in einer Anfrage an den Stadtrat:

«In Wil sind keinerlei Aktivitäten zu erkennen, für Reisende in Wohnmobilen attraktiv zu sein.»

Um das Potenzial auszuschöpfen, brauche die Stadt einen Stellplatz, so die Idee von Bachmann.

Abklärungen wurden bereits getroffen

Die Anforderungen seien nicht hoch: Stromanschlüsse, die Möglichkeit, Frischwasser zu beziehen und Abwasser zu entsorgen, allenfalls einfache sanitäre Einrichtungen sowie eine einfache Signalisation wären für die meisten Camperinnen und Camper ausreichend.

Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor. Auch er anerkennt, dass Stellplätze für Wohnmobile eine Ergänzung im touristischen Gesamtangebot darstellen könnten. Die Stadt hat auch schon Abklärungen für mögliche Standorte getroffen, die Umsetzung gestaltet sich jedoch schwierig.

Diverse Plätze nicht geeignet

So hätten sich unter anderem die Allmend Glärnischstrasse, der Parkplatz Rudenzburg sowie weitere Standorte wie der Kiesplatz bei der Reitwiese oder das Zeughausareal als nicht geeignet erwiesen, schreibt der Stadtrat. Die Stadt verfüge aktuell über kein Land, das sich für die Erstellung eines Wohnmobil-Stellplatzes eignen würde.

Der Stadtrat vertritt zudem die Haltung, dass solche Stellplätze nicht zwingend in der Stadt selbst, sondern auch in der nahen Region bereitgestellt werden könnten. Für die Wohnmobilreisenden sei eine gute ÖV- oder Radwegverbindung ab dem Stellplatz in die Stadt ein wichtiger Aspekt, um die Stadt Wil als Reiseort zu wählen.

Auf Private angewiesen

Heisst das also, dass es nichts wird mit Stellplätzen in Wil? Nicht unbedingt. Denn der der Stadtrat zeigt sich grundsätzlich offen, eigene Projekte zu prüfen oder Private bei der Umsetzung eines Wohnmobil-Stellplatzes zu unterstützen.

Da keine eigenen Plätze zur Verfügung stehen, wäre die Stadt für den Bau von Stellplätzen auf Private angewiesen. Sofern sich Grundeigentümer bereit erklärten, das dafür notwendige Land zur Verfügung zu stellen, sei der Stadtrat bereit, diese Standorte vertieft zu prüfen mit Blick auf die baurechtliche Bewilligungsfähigkeit, die bereitzustellende Infrastruktur sowie die erwünschte Aufenthaltsqualität, heisst es in der Antwort.

Möglich wäre auch, dass Private ohne Zutun der Stadt Stellplätze erstellen. Bisher seien bei der Stadt jedoch keine Anfragen von privater Seite für die Erstellung von Wohnmobilstellplätzen eingegangen.