Stelle in der Wiler Sozialhilfe macht sich bezahlt

Mit 600000 Franken Mehreinnahmen übertrifft das Pilotprojekt die Erwartungen des Wiler Stadtrats.

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Ein Mann betritt das Gebäude der Sozialen Dienste in Wil. (Bild: Gianni Amstutz)

Ein Mann betritt das Gebäude der Sozialen Dienste in Wil. (Bild: Gianni Amstutz)

(sk/red) Seit Jahren kämpft die Stadt Wil mit einer steigenden Sozialhilfequote. Dadurch steigen auch die Kosten. Um diesem Problem Herr zu werden aber auch um den Sozialhilfeprozess zu optimieren, führte die Stadt von 2016 bis 2018 ein Pilotprojekt durch. Dafür wurde eine zusätzliche Stelle bewilligt.

Diese sollte sich um die systematische Rückforderung der Sozialhilfeleistungen bei ehemaligen Sozialhilfeklienten kümmern. Zudem wurde eine periodische Fallrevision bei laufenden Fällen durchgeführt und das sogenannte Intake-Modell eingeführt. Konkret wird dabei eine Trennung der Fallaufnahme – bei der in erster Linie die Personendaten aufgenommen und die Zuständigkeit der Fachstelle geklärt werden – von der eigentlichen Fallführung vorgenommen. Damit haben beratend tätige Sozialarbeiter mehr Zeit für die Betreuung der Sozialhilfebezüger. Dies wirke sich wiederum positiv auf die Anzahl Personen aus, die den Weg aus der Sozialhilfe schaffen.

Nun liegen die Ergebnisse des Pilotprojekts vor. Sie bestätigen, was bereits in einem Zwischenbericht vor einem Jahr abzeichnete: Die Schaffung der Stelle hat sich gelohnt. Nach Abschluss zeigt sich: Die effektiven Mehreinnahmen während der Pilotphase fielen mit rund 600000 Franken massiv höher aus als erwartet. Damit bewahrheitet sich, was Philipp Gemperle, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Wil, vor einem Jahr prognostizierte: «Diese Stelle ist wohl eine der wenigen, bei der am Ende sogar Einnahmen resultieren», sagte er damals gegenüber dieser Zeitung.

Aufgrund der vorliegenden Zahlen beantragte das Departement Soziales, Jugend und Alter die Umwandlung in eine unbefristete Stelle. Dem stimmte das Stadtparlament im Dezember 2018 zu. Mit den bewilligten Stellenprozenten können nun auch künftig laufende Sozialhilfefälle regelmässig einer systematischen Kontrolle unterzogen und abgeschlossene Fälle periodisch betreffend einer möglichen Rückerstattung von Sozialhilfeschulden überprüft werden.

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