Steine, Schächte und neue Wasserflächen: Erste Etappe des Aufwertungsprojekts «Zuzwiler Riet» vor dem Abschluss

Die erste Etappe des Aufwertungsprojekts Zuzwiler Riet ist fast abgeschlossen. Entstanden sind neue Biotope.

Andrea Häusler
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Das Zuzwiler Riet ist ein Moor- und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Jetzt wird es ökologisch aufgwertet.

Das Zuzwiler Riet ist ein Moor- und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Jetzt wird es ökologisch aufgwertet.

Bild: Andrea Häusler

Das Nest ist bereitet – zumindest weitgehend. Die Natur wird sich jedoch Zeit lassen. Es dürfte dauern, bis die letzten Raupenspuren des Baggers verschwunden und die neu geschaffenen Biotope von Amphibien und Fröschen besiedelt sind.

In den vergangenen Tagen wurden die ersten sichtbaren Massnahmen zur Aufwertung des Zuzwiler Riets umgesetzt. Am augenfälligsten sind die natürlich gestalteten Teichbecken im Ost- und Mittelriet.

Keine Altlasten im Bereich der ehemaligen Deponie

Die Arbeiten im Ostriet sind bereits fertiggestellt. Hier wurde der ganzjährig wasserführende Graben in Richtung Süden aufgeweitet. Auf der gegenüberliegenden Seite des «Bächleins» ist nach dem Aushub des eingebauten Kieses eine vom Wasserstand abhängige Flachwasserzone mit einer Fläche von rund 70 Quadratmetern und einer Tiefe von rund 40 Zentimentern entstanden. Der Aushub konnte am Ort zur Nivellierung jenes Bereichs verwendet werden, der früher bewaldet war.

Vorläufig noch eine Steinwüste: Der flache Teich im Mittelriet.
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Im Ostriet wurde Kies ausgehoben. Gegenwärtig steht hier Wasser.
Der Schacht dient zum Entleeren des bestehenden «Hauptweihers».
Ebenfalls im Osten wurde der bestehende Graben aufgeweitet.
Bauarbeiten im Ostriet.

Vorläufig noch eine Steinwüste: Der flache Teich im Mittelriet.

Bilder: Andrea Häusler

Grösser war die Herausforderung beim Bau des neuen Biotops im Mittelriet, das insbesondere der Förderung des Laubfroschs dienen soll. Dies, weil sich der Standort des rund 100 Quadratmeter grossen und 80 Zentimenter tiefen Folienteichs im Bereich einer ehemaligen Deponie befindet. «Erfreulicherweise ist man während der Aushubarbeiten nicht auf eigentlichen Abfall gestossen», sagt Gemeindepräsident Roland Hardegger. Das bedeutet, dass keine Kosten für eine Spezialentsorgung anfallen. Der Weiher wird übrigens mit Regenwasser gespeist und hat weder einen Ab- noch einen Überlauf.

Wasserablauf für den «Hauptweiher»

Bereits erstellt ist auch der Ablass für den eigentlichen Hauptweiher. Der Ablauf beim bestehenden Stauwehr ermöglicht eine Entleerung des Gewässers und erleichtert dadurch die Befreiung des Beckens von wucherndem Schilf und Verlandungen. Diese Arbeiten sollen bei trockener, kalter Witterung im Januar oder Februar 2021 ausgeführt werden. So wie es aussieht, dürfte die erste Etappe nächste Woche abgeschlossen werden.

Die ausgeführten Arbeiten sind Teil des Aufwertungs- und Pflegekonzepts, welches vom Kanton und der Gemeinde Zuzwil unter Fachbegleitung umgesetzt wird und mit Kosten von rund 90'000 Franken veranschlagt ist.