Stefan Kölliker will auch künftig Bildungschef bleiben

Stefan Kölliker kandidiert als Regierungsrat. Der 45-Jährige strebt keinen Wechsel des Departements an, wie er an der Delegiertenversammlung der SVP Kreis Wil verriet.

Philipp Stutz
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Stefan Kölliker strebt eine dritte Amtsdauer an. Die Delegierten der SVP Kreis Wil nominierten ihn einstimmig als Kandidaten für den Regierungsrat. (Bild: Philipp Stutz)

Stefan Kölliker strebt eine dritte Amtsdauer an. Die Delegierten der SVP Kreis Wil nominierten ihn einstimmig als Kandidaten für den Regierungsrat. (Bild: Philipp Stutz)

FLAWIL. Aufbruchstimmung bei der SVP. Die Partei zeigt sich bestrebt – beflügelt durch den Erfolg bei den nationalen Wahlen –, ihren Siegeszug auch auf kantonaler Ebene fortzusetzen.

In Regierung untervertreten

«Der für uns positive Wahlausgang hat grossen Einfluss auf die weitere politische Weichenstellung», sagte Bruno Dudli, Präsident der SVP-Kreispartei Wil an der DV vom Mittwoch. Wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die SVP im Regierungsrat des Kantons St. Gallen mit nur einem Mandat untervertreten sei. Und so wird die Partei aller Voraussicht nach mit einer Zweierkandidatur antreten. Favorit ist Herbert Huser, der neben Kölliker Regierungsrat werden soll. Über die Kandidaturen entscheiden die kantonalen Delegierten am 28. Oktober. «Ich bin guten Mutes, dass die SVP in der kommenden Legislaturperiode gut vertreten sein wird – sowohl in der Regierung als auch im Kantonsrat», sagte Dudli. «Wir haben unsere Akzeptanz in der Bevölkerung deutlich erhöht.»

«Alleine ist's schwierig»

Stefan Kölliker, Bronschhofen, stellt sich für eine dritte Amtsdauer als Regierungsrat zur Verfügung. Er zeigte sich stolz, Vertreter der SVP zu sein. Die Basis politischen Handelns fundiere auf der Partei, deren Werte er vertrete. Die Zeit sei reif für einen zweiten SVP-Regierungsrat, meinte der Bildungschef. «Alleine Mehrheiten in diesem Gremium zu finden und seine Meinung durchzusetzen, ist schwierig.» Er wolle deshalb den Wahlkampf zusammen mit Herbert Huser bestreiten und werde ihn dabei unterstützen.

Während der ersten vier Jahre seiner Amtszeit habe er versucht, im Bildungsbereich zusammen mit der Lehrerschaft einen akzeptablen Weg zu finden, sagte Kölliker. Danach seien Erfolge zu verzeichnen gewesen. Der Bildungschef erwähnte den neuen Berufsauftrag für Lehrpersonen und das Konzept zur Sonderpädagogik. «Das sind Riesenwürfe.» Doch gelte es, neue Herausforderungen zu bewältigen, wie die Zuständigkeit im Bildungsbereich zwischen Kanton und Gemeinden. Die Schule habe sich in den vergangenen Jahren auf die Schwächeren ausgerichtet. Nun hätten auch die hochbegabten Schüler Unterstützung verdient, fügte er an.

Mehr Dynamik zeigen

Der Vorsteher des Bildungsdepartements wünschte sich von der Regierung mehr Mut, herrsche doch in manchen Bereichen Stillstand. «Wir müssen innovative Projekte umsetzen», forderte Kölliker. Die Ostschweiz müsse mehr Dynamik zeigen, sich erkennbar machen und auch mit grösserem Selbstvertrauen auftreten.

Der amtierende Regierungsrat wurde aus dem Publikum nach seinen Präferenzen bei der Wahl eines Departementes befragt. Dass er für die Übernahme des Finanzdepartementes im Gespräch sei, ehre ihn zwar, sagte Kölliker: «Doch ich will Bildungschef bleiben.»

Neben Herbert Huser, zweiter möglicher Anwärter für einen Sitz in der Regierung, war auch Ständeratskandidat Thomas Müller an der Versammlung der Kreispartei in Flawil zugegen. Die SVP zeigt sich optimistisch, mit dem Rorschacher den noch vakanten zweiten Ständeratssitz zu erobern und damit eine Wahl des Sozialdemokraten Paul Rechsteiner zu verhindern.