Statt Defizit ein Überschuss von einer Million

Jonschwil schliesst die Rechnung 2014 mit einem Überschuss von 985 000 Franken ab. Die Abweichung vom Budget 2014 beträgt 1,25 Mio. Franken, was knapp 20,5 Steuerprozenten entspricht. Für 2015 rechnet der Gemeinderat bei einem unveränderten Steuerfuss von 145 Prozent mit einem Defizit von 319 600 Franken.

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JONSCHWIL. Anstelle des budgetierten Defizits von 265 200 Franken schliesst die Rechnung 2014 der Gemeinde Jonschwil mit einem Überschuss von 985 354 Franken, also rund 1,25 Mio. Franken besser ab als veranschlagt. Der Gemeinderat schlägt der Bürgerversammlung vor, den Überschuss für zusätzliche Abschreibungen (930 000 Franken) sowie für eine Einlage ins Eigenkapital (55 500 Franken) zu verwenden.

Mehr Ertrag, weniger Aufwand

Bereits der Steuerabschluss, der um 380 000 besser als budgetiert ausfiel, liess erahnen, dass der Jahresabschluss positiv ausfallen würde, schreibt der Gemeinderat in den Erläuterungen zum Jahresabschluss. Fast alle Gebührenpositionen, ein Buchgewinn beim Bauland Sonnenhalde, hohe Rückzahlungen von früher bezogenen Sozialleistungen sowie eine Nachzahlung der Holcim aus Vorjahren führten zu einem höheren Ertrag. Bei den Aufwandpositionen benötigten fast alle Ressorts weniger Mittel. Insbesondere die Schule hatte einen 386 000 Franken tieferen Finanzbedarf. Einzig die Beiträge an die Pflegefinanzierung und an den Spitex-Verein fielen höher aus.

Gleichbleibender Steuerertrag

Bei den natürlichen Personen wird für 2015 eine Zunahme der einfachen Steuer von 3 Prozent budgetiert. Mit den Nachzahlungen von 300 000 Franken ergibt sich der gleiche Steuerertrag wie 2014. Die Handänderungs- und Grundstückgewinnsteuern werden auf 280 000 und 220 000 Franken geschätzt. Bei den Steuern der juristischen Personen wird mit einer leichten Zunahme auf 1,05 Mio. Franken gerechnet. Bei den Quellensteuern wird eine stabile Situation erwartet.

Finanzausgleich von 1,66 Mio.

Die Gemeinde Jonschwil bezieht Mittel aus der ersten Stufe des kantonalen Finanzausgleichs, die vier Ausgleichskomponenten enthält. Für den Sonderlastenausgleich Schule und Weite (Strassen- und Gewässernetz) ergeben sich 1,656 Mio. Franken. Keine Gelder erhält Jonschwil aus dem Sonderlastenausgleich Soziales und aus dem Ressourcenausgleich. 2014 betrug der Finanzausgleich noch 2,09 Mio. Franken. Der Rückgang auf das Budget 2015 ist eine Folge der hohen Steuererträge im Jahre 2013, weil so der Ressourcenausgleich auf Null fällt.

Gegenüber den früheren Planungen geht der Finanzbedarf der Schule leicht zurück. Bei der Pflegefinanzierung und den Sozialkosten wird mit steigendem Aufwand gerechnet. Dank den zusätzlichen Abschreibungen mit dem Rechnungsabschluss 2014 sinken die Abschreibungen auf 1,05 Millionen Franken.

Investitionen von 2,67 Mio.

Für die Schule ist nebst einer zweiten EDV-Erneuerungsetappe von 300 000 Franken der erste Teil des Kindergartenersatzbaus Jonschwil mit 2,2 Mio. Franken im Investitionsbudget. Bei den Gemeindestrassen sind drei Projekte im Netto-Gesamtbetrag von 115 000 Franken vorgesehen (Abrechnungen Trottoir Poststrasse Schwarzenbach und Wildbergstrasse aus dem Vorjahr). Ein kleiner Projektierungskredit ist für eine Verbesserung der Kreuzung Schul-/Sonnenrain-/Neuhofstrasse vorgesehen. Für die Meteor- und Schmutzwasseranlagen sind zwei Projekte mit einem Netto-Gesamtbetrag von 48 000 Franken auf dem Investitionsplan. Dazu gehört der Abschluss der Bachöffnung in Schwarzenbach sowie der Start der Liegenschaftsuntersuchungen in der Grundwasserschutzzone Geissmatt.

Finanzplanung im Minus

Die Finanzplanung 2015 bis 2019 weist für die Gemeinde Jonschwil jährliche Defizite zwischen 250 000 bis 670 000 Franken aus. Ab den Jahren 2016 zeigt sich eine grosse Unsicherheit. Die Gemeinde rechnet damit, dass der Euro-/Frankenschock das Steuerwachstum der natürlichen Personen reduziert. Bei den juristischen Personen wird sogar mit einem Rückgang gerechnet. Angesichts der unsicheren Entwicklung spricht die Gemeinde Jonschwil bei der Finanzplanung von «Kaffeesatzlesen». Der Gemeinderat betont jedoch, dass die Investitionen für den Kindergarten Jonschwil und für die Schule Schwarzenbach in der Finanzplanung enthalten sind und ohne Steuerfusserhöhung finanzierbar sind. (gk/red.)

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