Statistik
Im März höchste Temperatur seit Messbeginn 1882 gemessen

Auch der März war im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt zu warm. Mit 24 Grad wurde sogar ein Rekord registriert.

Christoph Frauenfelder
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Bereits im März gab es frühlingshafte bis sommerliche Temperaturen.

Bereits im März gab es frühlingshafte bis sommerliche Temperaturen.

Bild: PD

Im Vergleich zum langjährigen Temperaturmittel (1991–2020) erreichte der März einen geringen Temperaturüberschuss von 0,3 Grad. Weiterhin weisen damit seit Mai 2019 alle Temperatur-Monatsmittel überdurchschnittlich hohe Werte auf. Der Temperaturumfang bewegte sich zwischen –4 und 24 Grad. Nach einem warmen Start in den ersten Frühlingsmonat folgte eine sehr kalte Zeit mit unterdurchschnittlichen Temperaturen.

Gegen Ende Monat stiegen die Temperaturen aber massiv in die Höhe. Der letzte Tag brachte mit 24 Grad eine noch nie registrierte Märztemperatur seit Messbeginn 1882. Wenn umliegende Stationen miteinbezogen werden, so wurde diese Temperatur bis 1755 zurück im März noch nie erreicht.

Trockener letzter Wintermonat

Die Tendenz zu trockener Witterung dauert nun schon seit der Jahrhundertwende an. Nur einzelne Monate brachten überdurchschnittlich viel Niederschlag. Auch der März fiel zu trocken aus. Allerdings hat er immerhin 80 Prozent der Norm erreicht. Die Vegetation ist gut mit Wasser versorgt. Ob der 19. März den letzten Schnee brachte, bleibt abzuwarten. Denn die Streubreite des letzten Schneefalls liegt zwischen Februar und Mai.

Der erste Frühlingsmonat zeigte sich sehr sonnig. Der Überschuss beträgt 25 Prozent. So viel Sonne wird allgemein erst im April verzeichnet. Im März ist die Luft erfahrungsgemäss sehr trocken. So wurden in Niederuzwil Minima bis 17 Prozent relative Feuchtigkeit gemessen. Auf dem Säntis waren es gar nur 10 Prozent. Die Böden sind trocken, die Verdunstung ist gross. Darum ist die Vegetation im April auf genügend Niederschlag angewiesen.

Ausblick auf den April

Das Klimamittel 1991–2020 zeigt, dass der April den tiefsten Luftdruck aufweist. Der hohe Sonnenstand und die noch kühle Atmosphäre bewirken einen turbulenten Wetterablauf. Der April ist in den vergangenen zehn Jahren ein Grad wärmer, massiv trockener und sonniger geworden.

Die sehr trockene Luft bedeutet für die Vegetation einen enormen Wasserbedarf. Es gibt jedoch kaum eine länger andauernde Trockenperiode. In einem durchschnittlichen April bewegen sich die Temperaturen zwischen –2 und 23 Grad.

Zu Beginn des Monats können noch die letzten Schneeflocken durch die Luft wirbeln. Zu einer Schneedecke reicht es höchst selten noch. In den ersten 20 Tagen ist mit Tagestemperaturen von 13 bis 14 Grad zu rechnen. Erst zum Monatsende erreichen sie mildere 17 Grad. Um die Monatsmitte wird auf 500 Metern der letzte Frost registriert. Die frostfreie Periode dauert mit 210 Tagen bis Anfang November.

Die Besonnung beträgt den ganzen Monat über durchschnittlich fünfeinhalb bis sechs Stunden pro Tag. Mitte Monat markiert die Blattentfaltung der Rosskastanie den Höhepunkt des Frühlings. Ende April kommen üblicherweise die Schwalben zurück. Dieses Jahr sind sie aber schon Anfang Monat gesichtet worden.

Zu kalt oder zu warm?

Manchmal entgleist das Aprilwetter völlig und hält sich nicht im Entferntesten an den Normalverlauf. Die Palette der Monatstemperaturmittel reicht von sieben Grad zu kalt bis vier Grad zu warm.

Es gibt also durchaus Aprilmonate mit Juli-Allüren und solche, die noch aus der Kühltruhe kommen. Die Streubreite der Niederschläge reichte bisher von gänzlich trockenen Verhältnissen bis zur dreifachen Menge der Norm.