Start mit einer vollen Klasse

UZWIL. 23 junge Männer und eine Frau nahmen gestern die Ausbildung zum «Dipl. Techniker HF Unternehmensprozesse» am BZ Wil-Uzwil in Angriff. Es ist der erste Lehrgang auf Stufe Höhere Fachschule am Berufs-und Weiterbildungszentrum.

Donat Beerli
Merken
Drucken
Teilen
Diese jungen Berufsleute haben sich entschlossen, für ihre Weiterbildung wieder die Schulbank zu drücken. (Bilder: Urs Bänziger)

Diese jungen Berufsleute haben sich entschlossen, für ihre Weiterbildung wieder die Schulbank zu drücken. (Bilder: Urs Bänziger)

Eidgenössisch anerkannte Abschlüsse sind wichtig in der Schweiz. Das sagen sich auch die 24 jungen Berufsleute, die seit gestern abend am Berufs- und Weiterbildungszentrum (BZWU) in Uzwil die Schulbank drücken. Berufsleute aus verschiedenen Bereichen, so zum Beispiel Polymechaniker oder Anlagen- und Apparatebauer, lassen sich in zwei Stufen entweder zum «Prozessfachmann FA» oder zusätzlich zum «Dipl. Techniker HF Unternehmensprozesse» ausbilden. Nach den ersten vier Semestern kann die Berufsprüfung zum Prozessfachmann FA absolviert werden.

Für diejenigen, die den Dipl. Techniker HF anstreben, folgt nach drei weiteren Semestern die Diplomarbeit. Sieben Semester Schule, jeweils Freitagabend und Samstagmorgen, warten auf die jungen Berufsleute, die in verschiedensten Modulen wie Mathematik, technische Statistik, Marketing, Prozesse und Projekte, Unternehmensführung oder Produktentwicklung, -planung und -steuerung unterrichtet werden. «Vieles im Lehrgang dreht sich um eine zentrale Frage», sagt Werner Buchmann, Leiter Weiterbildung am BZWU. «Und zwar: Wie verbessere ich die Produktionsprozesse in meiner Firma?» Darin enthalten sind die Analyse von Prozessen und Abläufen, aber auch die Führung von Mitarbeitern, wie Buchmann erklärt. Führungsaufgaben seien ein wichtiger Bestandteil einer HF-Ausbildung.

Erster Lehrgang ausgebucht

Unter den 24 jungen Berufsleuten, die vielfach schon Führungspositionen in ihrer Firma innehaben, ist nur eine Frau. «Das war zu erwarten», sagt Buchmann. Die Ausbildung sei nun mal in der technischen Berufssparte angesiedelt, wo mehr Männer als Frauen arbeiten würden. Einer von ihnen ist Dominik Wyss, der vor zwei Jahren seine Lehre als Apparatebauer abschloss und aktuell als 3D-Zeichner bei der Bühler AG in Appenzell tätig ist. «Mich interessieren die Abläufe im Hintergrund», sagt Wyss. Dieser Lehrgang bringe ihn darin sicher weiter, zudem gehe er sowieso gern in die Schule. Mit dem Start der Lehrgangsklasse verfügt Uzwil seit gestern über eine Höhere Fachschule für Technik. Dass man mit einer vollen Klasse in den Lehrgang starten kann, sei als grosser Erfolg zu werten, sagt Buchmann. Mehr als 24 Schüler wollte man für den Lehrgang nicht aufnehmen. «Ansonsten kann die Qualität der Ausbildung nicht gewährleisten werden.»

Im Frühjahr geht's weiter

Die nächste Klasse startet dann bereits im April 2016. «Das freut uns sehr», sagt Buchmann. Damit sei man auf einem guten Weg, dass das Projekt auch längerfristig auf sicheren Beinen stehe.