Starkes Herz stärkt den Standort

WIL. Nach einer Sitzung am Spital Wil besichtigte der Verwaltungsrat der Spitalregion Fürstenland Toggenburg gestern den neuen Magnetresonanztomographen. Dieser sei eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit, sagte CEO René Fiechter.

Ursula Ammann
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René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, Severine Scheurer, Fachfrau für medizinisch-technische Radiologie, und Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann vor dem Magnetresonanztomographen. (Bild: Ursula Ammann)

René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, Severine Scheurer, Fachfrau für medizinisch-technische Radiologie, und Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann vor dem Magnetresonanztomographen. (Bild: Ursula Ammann)

Wenn sie «in die Röhre» müssen, beschleicht viele Menschen ein beengendes Gefühl. Der neue Magnetresonanztomograph MRT am Spital Wil soll dem Patienten den Untersuch so angenehm wie möglich gestalten. Im Vergleich zu anderen Geräten besteht dieser aus einer deutlich kürzeren und breiteren Röhre. In den Untersuchungsraum fällt zudem viel Tageslicht. Sowohl durchs Dach- als auch durchs Seitenfenster. «Dadurch, dass es hier drin so hell ist, brauchen wir fast keine Beruhigungsmedikamente mehr», sagte Severine Scheurer. Die Fachfrau für medizinisch-technische Radiologie präsentierte dem neunköpfigen Verwaltungsrat der Spitalregion Fürstenland Toggenburg SRFT gestern das Herzstück der letztjährigen Investitionen.

Notstromaggregat ersetzt

Im Rahmen der Anschaffung dieses hochmodernen Diagnostikgeräts waren weitere Infrastrukturerneuerungen notwendig. So wurde etwa das 40jährige Notstromaggregat durch eine Netzersatzanlage ersetzt. Diese verfügt über einen Dieselmotor mit der Leistung eines Schiffsmotors, der das gesamte Spital innert zwölf Sekunden mit Strom versorgen kann. Bei dieser Station hatten die Verwaltungsräte ihren Rundgang begonnen. Nachdem die Netzersatzanlage zu Demonstrationszwecken aufgeschaltet wurde, suchte die Gruppe aufgrund des massiven Lärms aber schnell den nächsten Posten auf – die zentrale Kälteanlage. Diese befindet sich direkt unter dem MRT. Sie kühlt einerseits das Helium, das für dessen Betrieb benötigt wird, aber auch den Untersuchungsraum selbst.

«Das Netzwerk greift»

«Diese Investitionen waren sehr wichtig, um am Standort Wil wettbewerbsfähig zu bleiben», betonte René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg. Zudem seien die Erneuerungen das Resultat einer erfolgreichen Netzwerkstrategie. Mit der Umsetzung des Konzepts «Radiologie 134» sind die Spitalregionen Fürstenland Toggenburg (Spitäler Wil und Wattwil) sowie das Spital Linth Bestandteil des Instituts für Radiologie des Kantonsspitals St. Gallen. Dies bringt unter anderem den Vorteil einer hohen Qualität durch Fachspezialisten. «Man sieht nun wie das Netzwerk greift», betonte auch Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann, Vorsitzende des Verwaltungsrats, beim Rundgang.

Aus eigenen Mitteln finanziert

Seit März ist der Magnetresonanztomograph nun im Patientenbetrieb. Die Kosten für das 4,7 Tonnen schwere Gerät (mit Zubehör) belaufen sich auf 1,5 Millionen Franken. Hinzu kommen die Ausgaben für die Erneuerungen der Infrastruktur. Das MRT-Projekt finanziert die Spitalregion Fürstenland Toggenburg aus eigenen Mitteln. Ebenso ein Projekt für die Einrichtung eines Aufwachraums sowie einen Anbau zur Verbesserung der Logistik-Prozesse im Bereich der Operationssäle im Spital Wil. Dieses Projekt hat der Verwaltungsrat genehmigt. Noch dieses Jahr soll mit den Arbeiten begonnen werden. Es stehen weitere Projekte an: die Sanierung des Labors und die Einrichtung eines neuen Notfalls, die einen Anbau für die Büroräume vorsieht. Darüber entscheidet das Kantonsparlament ebenfalls dieses Jahr.

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